REBEKKA. Und solang Herr Rosmer findet, daß ich ihm irgendwie nützlich und angenehm sein könne, – ja, so lange bleib ich wahrscheinlich hier.
KROLL (sieht sie bewegt an). Wissen Sie auch, daß etwas großes darin liegt, wenn eine Frau so ihre ganze Jugend dahingehn läßt, um sich für andre aufzuopfern?
REBEKKA. Ach, wofür hätt ich denn sonst hier leben sollen?
KROLL. Erst diese unermüdliche Hingebung für Ihren gelähmten unleidlichen Pflegevater –
REBEKKA. Glauben Sie ja nicht, Doktor West sei da oben in der Finnmark so unleidlich gewesen. Es waren diese schrecklichen Seereisen, die ihn knickten. Aber als wir später hierher zogen, – ja, da kamen freilich ein paar schwere Jahre, eh er ausgelitten hatte.
KROLL. Die Jahre, die dann folgten – waren die nicht noch schwerer für Sie?
REBEKKA. Aber wie können Sie nur so reden! Ich, die Beate so innig zugetan war –! Und sie, die Ärmste, die so sehr der Pflege und Schonung bedurfte.
KROLL. Haben Sie Dank, daß Sie ihrer mit solcher Nachsicht gedenken.
REBEKKA (etwas näher rückend). Lieber Rektor, Sie sagen das so schön und herzlich, daß ich überzeugt bin, Sie hegen keinerlei Verstimmung gegen mich.
KROLL. Verstimmung? Was meinen Sie damit?