ROSMER. Ach Rebekka, – wie kann ich rückhaltlos an dich glauben? An dich, die du hier so außerordentlich viel verdeckt und verheimlicht hast!... Und nun kommst du mit diesem Neuen. Steckt eine Absicht dahinter, so sage frei heraus, was es ist. Wünschest du vielleicht dies oder jenes zu erlangen? Von Herzen gern will ich alles für dich tun, was in meiner Macht steht.

REBEKKA (ringt die Hände). O diese grausamen Zweifel –! Rosmer, – Rosmer –!

ROSMER. Ja, Rebekka, ist das nicht furchtbar? Aber ich kann es nicht ändern. Niemals wird es mir gelingen, mich von den Zweifeln zu befreien. Niemals werd ich die volle Gewißheit haben, ob du mit ganzer reiner Liebe mein bist.

REBEKKA. Aber ist denn nichts in deiner eignen Brust, das dir bezeugt, welche Wandlung mit mir geschehen ist! Und daß diese Wandlung durch dich, – nur durch dich geschehen ist!

ROSMER. Ach, Rebekka, an meine Fähigkeit, Menschen umzuwandeln, glaub ich nicht mehr. Ich glaube nicht mehr an mich selbst; in keiner Beziehung. Ich glaube weder an dich noch an mich.

REBEKKA (sieht ihn finster an). Wie willst du da das Leben noch länger ertragen?

ROSMER. Ja, das weiß ich nicht. Das weiß ich selbst nicht. Und ich glaub auch nicht, daß ichs noch zu ertragen vermag ... Und nichts, nichts weiß ich auf der ganzen Welt, was mir das Leben lebenswert machen könnte.

REBEKKA. O, das Leben erneuert uns mit jedem Tage. Laß uns daran festhalten, Rosmer ... Wir verlassen es noch früh genug.

ROSMER (springt unruhig auf). Dann gib mir meinen Glauben wieder! Den Glauben an dich, Rebekka! Den Glauben an deine Liebe! Beweise! Beweise will ich haben!

REBEKKA. Beweise? Wie kann ich dir Beweise geben –!