REBEKKA. Ja, nicht wahr, Herr Rosmer? Ich denke mir, das müßt Ihnen eine Erleichterung sein – so zwischen alten Freunden –
KROLL. O, glaube mir, ich hab dir noch weit mehr mitzuteilen. Du weißt ja, ich bin jetzt aktiver Politiker geworden.
ROSMER. Ja ich weiß. Wie ging das eigentlich zu?
KROLL. Du, ich mußte. Mußte wirklich, so unangenehm es mir auch war. Es geht unmöglich mehr an, noch länger als bloßer Zuschauer müßig am Markte zu stehn. Jetzt, wo die Radikalen bedauerlicherweise die Macht in die Hände bekommen haben, – jetzt ist es hohe Zeit –. Darum hab ich denn auch unsern kleinen Freundeskreis in der Stadt veranlaßt, sich fester zusammenzuschließen. Ich sage dir, es ist hohe Zeit!
REBEKKA (mit einem leichten Lächeln). Ist es nun eigentlich nicht schon etwas spät?
KROLL. Unzweifelhaft wärs besser gewesen, wir hätten den Strom schon früher aufgehalten. Aber wer konnte voraussehn, was kommen würde? Ich jedenfalls nicht. (Steht auf und geht mit grossen Schritten im Zimmer umher.) Aber nun sind mir die Augen aufgegangen. Denn der Geist der Empörung hat sich sogar schon in die Schule hineingeschlichen.
ROSMER. In die Schule? Doch nicht in deine Schule?
KROLL. Jawohl, in meine Schule. In meine eigne Schule. Wie findest du das! Ich bin dahinter gekommen, daß die Knaben der obersten Klasse, – d. h. ein Teil davon, – schon vor länger als einem halben Jahr einen geheimen Verein gebildet und auf Mortensgaards Zeitung abonniert haben!
REBEKKA. Ah, auf den »Leuchtturm«.
KROLL. Nicht wahr, eine gesunde geistige Nahrung für zukünftige Beamte? Aber das traurigste an der Sache ist, daß grade alle begabten Schüler sich zusammengerottet und dies Komplott gegen mich geschmiedet haben. Nur die Faulpelze und Dummköpfe haben sich fern gehalten.