KROLL (ernst und gedämpft). Weil ich hier nicht umhergehn wollte wie eine leibhaftige Erinnrung an deine Unglücksjahre, – und an sie, die – im Mühlbach endete.
ROSMER. Das war sehr schön von dir gemeint. Du bist ja immer so rücksichtsvoll. Aber es war ganz unnötig, deshalb fortzubleiben. – Komm, Lieber; setzen wir uns aufs Sofa. (Sie setzen sich.) Nein, sei versichert, der Gedanke an Beate hat gar nichts peinliches für mich. Wir sprechen täglich von ihr. Es ist uns, als gehörte sie noch zum Hause.
KROLL. Wirklich?
REBEKKA (die Lampe anzündend). Ja, so ist es, Herr Rektor.
ROSMER. Das ist ja so natürlich. Wir hatten sie beide von Herzen lieb. Und Rebek – Fräulein West und ich, wir haben beide das Bewußtsein, daß wir für die arme Kranke alles getan, was in unsrer Macht stand. Wir haben uns nichts vorzuwerfen ... An Beate zu denken, hat deshalb nun gleichsam etwas mildbesänftigendes für mich.
KROLL. Ihr lieben prächtigen Menschen! Von jetzt an komm ich täglich zu euch heraus.
REBEKKA (sich in einen Lehnstuhl setzend). Na, wir wollen mal sehn, ob Sie Wort halten.
ROSMER (etwas zögernd). Du, Kroll, – ich gäbe viel darum, wäre unser Verkehr niemals unterbrochen worden. So lange wir uns kennen, – von meiner ersten Studentenzeit an bist du immer mein natürlicher Berater gewesen.
KROLL. Ach ja; und darauf bin ich außerordentlich stolz. Hast du jetzt vielleicht etwas besondres –?
ROSMER. Da ist mancherlei, worüber ich gern frei und offen mit dir sprechen möchte.