KROLL. O, werde nur ebenso tüchtig als Redakteur, wie dus als Geistlicher warst, dann sind wir vollkommen zufrieden.
ROSMER. Lieber Kroll, – ein für allemal, – ich tus nicht.
KROLL. Nun, dann wirst du uns doch wenigstens deinen Namen borgen?
ROSMER. Meinen Namen?
KROLL. Ja; denn schon der Name Johannes Rosmer wird für das Blatt ein großer Gewinn sein. Wir andern gelten ja für ausgeprägte Parteimänner. Ich selbst soll sogar, hör ich, als ein ganz arger Fanatiker verschrien sein. Deshalb können wir nicht darauf rechnen, dem Blatt unter eignem Namen bei den verführten Massen mit Nachdruck Eingang zu verschaffen. Du dagegen, – du hast dich dem Kampf immer fern gehalten. Deine milde lautere Denkungsart, – deine vornehme Gesinnung, – deine unantastbare Ehrenhaftigkeit – jedermann hier in der Gegend kennt und schätzt sie. Und dann der Respekt, die Hochachtung, womit deine frühere priesterliche Stellung dich noch umgibt. Endlich aber, Rosmer, die Ehrwürdigkeit deines Familiennamens!
ROSMER. Ach was Familienname –
KROLL (zeigt auf die Porträts). Lauter Rosmers von Rosmersholm, – Priester und Soldaten! Hochgestellte Würdenträger. Alle ohne Ausnahme korrekte Ehrenmänner, – ein Geschlecht, das nun schon durch mehrere Jahrhunderte als das erste hier im Kreise seinen Sitz hat. (Legt ihm die Hand auf die Schulter.) Rosmer, – dir selbst und den Traditionen deines Hauses bist dus schuldig, dich uns anzuschließen, um all das zu verteidigen, was in unsern Kreisen bisher als heilig galt. (Wendet sich um.) Ja, was sagen Sie dazu, Fräulein West?
REBEKKA (mit leichtem stillem Lachen). Lieber Herr Rektor, – mir kommt dies alles so unsagbar lächerlich vor –
KROLL. Was sagen Sie! Lächerlich!
REBEKKA. Ja lächerlich. Denn nun will ich Ihnen offen heraus sagen –