REBEKKA. Es wundert mich, daß Sie und Ihre Freunde ihm nichts entgegenstellen.
KROLL. Grade das soll nun geschehen. Heut haben wir das »Kreisblatt« gekauft. Die Geldfrage bot keine Schwierigkeiten. Aber – (Wendet sich zu ROSMER.) Ja, nun komm ich zu meinem eigentlichen Gegenstande. Die Leitung, – die journalistische Leitung – siehst du, damit haperts. Sag mal, Rosmer, – solltest du dich der guten Sache wegen nicht veranlaßt fühlen, die Leitung zu übernehmen?
ROSMER (fast erschreckt). Ich!
REBEKKA. Aber wie können Sie das nur für möglich halten?
KROLL. Daß du vor Volksversammlungen zurückschreckst und dich dem Konfekt, das einem dort an den Kopf fliegt, nicht aussetzen willst, find ich sehr begreiflich. Aber der weniger exponierte Posten eines Redakteurs, oder vielmehr –
ROSMER. Nein nein, lieber Freund, mit einer solchen Bitte mußt du mir nicht kommen.
KROLL. Ich selbst würde mich mit besonderm Vergnügen auch in diesem Fache versuchen. Aber 's wäre mir gar nicht möglich, all die Arbeit zu bewältigen. Ich bin nun schon mit einer solchen Unmasse von Geschäften belastet –. Du dagegen, der keine amtliche Bürde mehr zu tragen hat –. Natürlich werden wir andern dich nach besten Kräften unterstützen.
ROSMER. Ich kann nicht, Kroll. Ich tauge nicht dazu.
KROLL. Taugst nicht dazu? Dasselbe sagtest du, als dein Vater dir deine Pfarrei verschaffte –
ROSMER. Und ich hatte recht. Deshalb entsagt ich meinem Berufe.