BRENDEL. Die Versammlung ist ergriffen. Das erquickt mir das Herz und stählt den Willen. Und nun ans Werk ... Aber noch eins. (Zum Rektor.) Herr Präzeptor, können Sie mir sagen, gibts in der Stadt einen Mäßigkeitsverein? Einen Totalmäßigkeitsverein? Selbstverständlich gibt es dort einen.

KROLL. Zu dienen. Ich selbst bin Vorsitzender.

BRENDEL. Hab ichs Ihnen nicht angesehn! Na, da ists nicht unmöglich, daß ich Sie aufsuche und auf acht Tage Mitglied werde.

KROLL. Entschuldigen Sie – auf Wochen nehmen wir keine Mitglieder an.

BRENDEL. A la bonne heure, Herr Pädagoge. Solchen Vereinen ist Ulrich Brendel noch nie nachgelaufen. (Wendet sich an ROSMER.) Aber ich darf meinen Aufenthalt in diesem an Erinnrungen so reichen Hause nicht weiter verlängern. Ich muß zur Stadt und mir ein passendes Logis suchen. Es gibt dort hoffentlich ein anständiges Hotel.

REBEKKA. Wollen Sie nicht etwas warmes genießen, eh Sie gehn?

BRENDEL. Welcher Art, meine Gnädige?

REBEKKA. Eine Tasse Tee oder –

BRENDEL. Des Hauses freigebigen Schaffnerin meinen Dank. Aber auf die private Gastfreundschaft leg ich nicht gern Beschlag. (Grüsst mit der Hand.) Leben Sie wohl, meine Herrschaften! (Geht nach der Tür, wendet sich aber wieder um.) Ah, richtig –. Johannes, – Pastor Rosmer, – willst du, – um langjähriger Freundschaft willen, – deinem ehmaligen Lehrer einen Dienst erweisen?

ROSMER. Gewiß, sehr gern.