REBEKKA. Gestern abend, als dieser Ulrich Brendel fortging, – da gab ich ihm ein paar Zeilen an Mortensgaard mit.
ROSMER (etwas bedenklich). Aber, liebe Rebekka –. Nun, was hast du denn geschrieben?
REBEKKA. Ich hab ihm geschrieben, er würde dir einen großen Dienst erweisen, wenn er sich des unglücklichen Menschen ein wenig annehmen und ihm nach besten Kräften forthelfen wollte.
ROSMER. Liebe Rebekka, das hättest du nicht tun sollen. Brendel hast du dadurch nur geschadet. Und Mortensgaard gehört zu denen, die ich mir am liebsten vom Leibe halten möchte. Du weißt ja, was ich mal mit ihm gehabt habe.
REBEKKA. Aber bist du denn nicht der Ansicht, es wäre vielleicht ganz gut, wenn du jetzt wieder in bessre Beziehungen zu ihm kämst?
ROSMER. Ich? Zu Mortensgaard? Aber warum denn?
REBEKKA. Nun, so recht sicher kannst du dich jetzt doch nicht mehr fühlen, – nachdem du mit deinen Freunden gebrochen hast.
ROSMER (sieht sie an und schüttelt den Kopf). Hast du wirklich glauben können, Kroll oder einer der andern würde es versuchen, sich zu rächen –? Sie wären fähig, mich –?
REBEKKA. In der ersten Hitze, lieber Johannes –. Das kann man nie mit Bestimmtheit wissen. Mir scheint, – nach der Art, wie der Rektor es aufnahm –
ROSMER. Du solltest ihn doch besser kennen. Kroll ist ein Ehrenmann durch und durch. Heut nachmittag geh ich nach der Stadt und rede mit ihm. Ich will mit allen reden. O, du sollst sehn, wie leicht es geht –