REBEKKA. Du solltest nun wieder anfangen zu leben. Ja du hattest schon angefangen. Du hattest dich vollständig frei gemacht – nach allen Seiten. Dir war so froh und so leicht zu Mut –
ROSMER. Ach ja, du, – so froh und so leicht ... Und da kommt dieser zermalmende Schlag.
REBEKKA (hinter ihm, mit den Armen auf der Stuhllehne). Wie schön war es, wenn wir abends in der Dämmrung unten im Zimmer saßen. Und dann gemeinschaftlich die neuen Lebenspläne zurechtlegten. Du wolltest in das lebendige Leben eingreifen, – in das lebendige Leben des Tages, – wie du sagtest. Wie ein befreiender Gast wolltest du von Haus zu Haus wandern. Den Geist und den Willen der Menschen für dich gewinnen. Adelsmenschen schaffen rings um dich her, – in weitern, immer weitern Kreisen. Adelsmenschen.
ROSMER. Frohe Adelsmenschen.
REBEKKA. Ja – frohe.
ROSMER. Denn die Freude ist es, die die Geister adelt, Rebekka.
REBEKKA. Meinst du – der Schmerz nicht auch? Der große Schmerz?
ROSMER. Ja, – wenn man durch den Schmerz hindurch kommen kann. Darüber hinweg.
REBEKKA. Und das mußt du.
ROSMER (schüttelt traurig den Kopf). Ich werde niemals ganz darüber hinweg kommen. Immer wird ein Zweifel zurückbleiben. Eine Frage. Niemals werd ich wieder in dem schwelgen können, was das Leben so wunderbar schön macht.