REBEKKA (über der Stuhllehne, leiser). Und was ist das?
ROSMER (blickt zu ihr auf). Die stille frohe Schuldlosigkeit.
REBEKKA (weicht einen Schritt zurück). Ja. Die Schuldlosigkeit.
(Kurze Pause.)
ROSMER (mit dem Ellbogen auf dem Tische, stützt den Kopf in die Hand und blickt vor sich hin). Und dann, wie sie zu kombinieren verstand. Wie systematisch sie es zusammenfügte ... Erst beginnt sie Zweifel zu hegen an meiner Rechtgläubigkeit –. Wie sie zu der Zeit darauf verfallen konnte! Aber sie verfiel darauf. Und dann wuchs es zur Gewißheit. Und dann, – ja dann war es ihr ja so leicht, all das andre für möglich zu halten. (Richtet sich im Stuhl auf und fährt sich mit den Händen durch das Haar.) O, all diese wilden Phantasien! Niemals werd ich mich von ihnen befreien. Das fühl ich lebhaft. Das weiß ich. Jeden Augenblick werden sie auf mich einstürmen und mich an die Tote erinnern.
REBEKKA. Wie das weiße Roß auf Rosmersholm.
ROSMER. In derselben Weise. In der Finsternis dahinsausend. In nächtlicher Stille.
REBEKKA. Und wegen dieses unseligen Hirngespinstes willst du das lebendige Leben, das du schon erfaßt hattest, wieder fahren lassen?
ROSMER. Du hast recht, es ist hart. Hart, Rebekka. Aber es steht nicht in meiner Macht zu wählen. Wie könnt ich wohl jemals hierüber hinweg kommen!
REBEKKA (hinter dem Stuhl). Dadurch, daß du dir neue Verhältnisse schaffst.