Sonne: Wenn ich dort gewesen bin, komme ich wieder zu dir, wie an jedem Morgen. So reise ich zu allen Menschen auf der ganzen Erde.
36. SONNE UND REGEN.
Die Sonne sprach: "Ich will scheinen
So fort und immerfort!"
Der Regen sprach: "Ich will fallen
Ohn' Ende an jedem Ort!"
Die Sonne: "Du machst ja alles
Auf der Erde gang naß!"
Der Regen: "Du machst zu trocken,
Wenn du scheinst ohn' Unterlaß!"
Die Sonne: "Ich mache fruchtbar,
Und alles freut sich mein!"
Der Regen: "Du machst zu trocken,
Dich mag man nicht allein!"
So haben sie lang gestritten,
Doch wurden sie einig zuletzt:
Sie wollten miteinander wechseln,
Und so ist es denn auch jetzt.
37. ASTERN.
Ein kleiner Knabe lag einmal im Grase und schlief. Da sah er im Traum einen Engel, der eine wunderschöne Blume in der Hand trug. Der Engel sagte, daß es im Himmel viele solche Blumen gebe. Der Knabe hätte sie gerne gehabt. Als er aufwachte, lagen da ein paar glänzende Samenkörner. Die pflanzte der Knabe in seinem Garten. Als der Herbst kam, waren aus den Samen die Blumen entstanden. Sie sahen gerade wie Sterne aus. Der Knabe rief seine Eltern. Vater und Mutter sagten: "Das sind Sternblumen oder Astern. Die sollen uns an den, Himmel droben erinnern."
38. RÄTSEL.
Loch bei Loch,
Und hält doch.
Was ist's?
Rat! Das Haus hat lauter Treppen,
Keine Fenster, keine Zimmer;
Wer drin wohnt, muß es immer
Auf seinem Rücken schleppen.
Es ist ein Ding, hat Stamm und Zweig' und Blätter,
Schützt dich vor Sonne und im Regenwetter.
39. VÖGEL UND BLUMEN.
Die Vögel, sie fliegen wie Blätter im Wind;
Da winken die Blümlein zum Abschied geschwind.
Es singt in den Bäumen der Herbst schon sein Lied,
Fort ziehen die Vögel, die Blumen sind müd'.
Im Süden die Vögel, die Blumen im Schnee,
Sie warten, daß wieder der Frühling ersteh'.
Dann lachen die Blüten, das Vögelein singt;
Dann duftet's und jubelt's, bis rings alles klingt.