Die Bäume stehen ruhig da,
Die Blätter flüstern leise.
Hört ihr den Wind, hei, hussassa,
Bald bläst er seine Weise.
Da braust der Wind gar wild einher
Und rüttelt an den Bäumen,
Er beugt sie hin, er beugt sie her,
Läßt keine Zeit zum Träumen.
"Halt ein, du stürmischer Gesell',
Wir stehen fest wie Lanzen!"
Die Blätter aber lachen hell:
"Herr Wind, wir möchten tanzen!"
"Ei," ruft der Wind, "ein luftig Wort,
Da kann ich stark mich zeigen!"
Er Bläst die bunten Blätter fort;
Die tanzen froh den Reigen.
Der Wind ist fort, der Tanz ist aus,
Die Blätter sinken nieder;
Der Schnee streckt sein Decke aus,
Der Frühling hebt sie wieder.
45. DIE VIER JAHRESZEITEN.
Es gibt vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Im Frühling wird die Luft warm. Der Schnee schmilzt, und die Flüsse werden wieder frei vom Eise. Auf den Wiesen und in den Gärten keimen Gräser und Kräuter, auf den Feldern grünt die Saat, und die Bäume bekommen frisches Laub. Sie treiben Knospen und Blüten. Die Vögel, welche im Herbste in wärmere Länder gezogen waren, kehren zurück. Andere Tiere, die den Winter in ihren Höhlen verschlafen hatten, wachen auf und kommen hervor. Mit dem Sommer werden die Tage länger, und die Wärme nimmt zu. Das Getreide wird reif und vom Landmanne geschnitten. Auf den Sommer folgt der Herbst. Im Herbst gibt es Obst, Trauben und Kartoffeln, auch wird die Saat für das nächste Jahr bestellt. Das Laub der Bäume vertrocknet und fällt zur Erde nieder. Die Tage werden immer kürzer. Oft ist es neblig und rauh. Bald wird es recht kalt; die Flüsse frieren zu, und es gibt Schnee. Die Vögel können draußen kein Futter finden. Sie kommen in die Straßen und vor die Türen, um einige Körner und Bröckchen zu suchen. Zu Hause wird eingeheizt; aber im Freien tummeln sich die Kinder, gleiten auf dem Eise, oder fahren Schlitten. Sie freuen sich darauf, einen Schneemann machen zu können. Bald naht auch das liebe Weihnachtsfest.
46. WINTERS ANKUNFT.
Im weißen Pelz der Winter
Steht lang' schon hinter der Tür,
Ei, guten Tag, Herr Winter,
Das ist nicht hübsch von dir!
Wir meinten, du wärest, wer weiß wie weit,
Da kommst du mit einmal hereingeschneit.
Nun, da du hier bist, so mag's schon sein;
Aber, was bringst du Gutes uns Kindelein?
Was ich euch bringe, das sollt ihr wissen:
Fröhliche Weihnacht mit Äpfeln und Nüssen
Und Schneeballen,
Wie sie fallen,
Und im Jänner
Auch Schneemänner!
47. DER TANNENBAUM.
So manches Bäumchen in dem Wald
Verliert im Herbst die Blätter,
Jedoch der liebe Tannenbaum
Der trotzet Wind und Wetter.
Ist alles draußen öd' und leer,
Steht er im grünen Kleide
Und setzt sich stolz ein Käpplein auf,
Ein Käpplein weiß wie Kreide.
Das nimmt er aber artig ab
Am frohen Weihnachtsfeste,
Und grüßet liebevoll und gut
Die Kinder all' aufs Beste.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen,
Du bist der allerliebste mir
Doch von den Bäumen allen.