Berta: O, Mama, was tust du? Warum hast du den Frosch nicht getötet?

Mutter: Weil er ein sehr nützliches Tier ist. Freust du dich nicht, wenn es im Garten die zarten Rübchen und die süßen Erbsen gibt, die Papa jedes Frühjahr pflanzt?

Berta: Gewiß, Mama! Ich esse beides sehr gerne; aber was hat das mit dem Frosch zu tun?

Mutter: Höre nur, du wirst es gleich erfahren. Den Raupen und Käfern schmecken diese Gemüse auch gut, gerade wie dir. Im Frühlinge stellen sich diese Insekten ein und fressen die Blättchen ab, so daß die Pflänzchen sterben müßten, wenn der Frosch nicht zur Hand wäre. Der glatte Bursche hüpft dann durch den Garten, fängt die Raupen, Fliegen und Käfer, und die Pflänzchen wachsen wieder. Soll ich den Frosch zum Dank dafür töten, Berta?

Berta: Nein, liebe Mama; und wenn ich wieder sehe, daß ein Knabe einen Frosch quält, will ich ihm sagen, was ich heute von dir gelernt habe.

85. VOM LISTIGEN GRASMÜCKLEIN EIN LUSTIGES STÜCKLEIN.

Klaus ist in den Wald gegangen,
Weil er will die Vöglein fangen;
Auf den Busch ist er gestiegen,
Weil er will die Vöglein kriegen.
Doch im Nestchen sitzt das alte
Vögelein just vor der Spalte,
Schaut und zwitschert: "Ei, der Taus!
Kinderlein, es kommt der Klaus,
Hu, mit einem großen Prügel,
Kinderlein, wohl auf die Flügel!"
Brr, da flattert's: husch, husch, husch!
Leer das Nest, und leer der Busch.
Und die Vöglein lachen Klaus
Mit dem großen Prügel aus,
Daß er wieder heimgegangen
Zornig, weil er nichts gefangen;
Daß er wieder heimgestiegen,
Weil er konnt' kein Vöglein kriegen.

86. EIN TÖRICHTER STREIT.