Ein Mückchen flog um ein Licht, das am Abend auf dem Tische brannte. Da sagte ein Mädchen, welches nebenbei saß und strickte: "Mückchen, bleib' von dem Lichte, sonst verbrennst du dich!" Das Mückchen aber folgte nicht und flog so lange auf und nieder und um das Licht, bis es daran seine Flügelchen sengte und in die Flamme fiel. "Habe ich es dir nicht gesagt?" sprach das Mädchen. "Hättest du auf mich gehört, müßtest du jetzt nicht sterben!"

23. NASCH-ERNST.

Ernst konnte das Naschen nicht lassen. Er ging oft an den Schrank, um Zucker zu naschen. Die Mutter schalt, aber es half nicht.

Eines Tages ging Ernst in die Scheune. An der Wand hing etwas Rotes. Ernst sagte: "Oh, hier hat die Mutter Zuckerzeug versteckt. Ich sollte es nicht finden!" Schnell kletterte er auf einen Stuhl, um es zu holen. Er biß gierig hinein. Aber, o weh, es verbrannte seinen Mund. Er ließ das Zuckerzeug fallen und schrie laut. Nun kam die Mutter und gab ihm einen Trunk Wasser. Was Ernst naschte, war nicht Zucker gewesen. Es war roter Pfeffer.

Ernst naschte nie wieder.

24. DER BLINDE GEIGER.

Ein armer, blinder Geiger ging auf der Straße. Er suchte den Weg mit seinem Stocke. Seine Geige trug er unter dem Arme. Bald kam er an einen Steg. Als er das merkte, getraute er sich nicht hinüberzugehen. Hans und Eugen kamen daher, und der arme Mann bat, sie möchten ihn doch über den Steg führen. Aber die mutwilligen Buben lachten den Geiger aus und liefen weg.

Da kam die kleine Lina aus der Schule. Die wartete nicht, bis sie gebeten wurde. Sie faßte den Blinden bei der Hand, brachte ihn über den Steg und schenkte ihm einen Cent, den sie von ihrer Mutter bekommen hatte.