25. DAS BROT IM WEG.

Im Weg das Krümchen Brot
Tritt nicht mit deinem Fuß,
Weil's in des Hungers Not
Ein Tierlein finden muß.
Leg's auf den Stein vor'm Haus,
Und kannst du, brösel's klein:
Still dankt es dir die Maus
Und still das Vögelein.

26. DIE SCHÖNEN DREI.

Vöglein im hohen Baum,
Klein ist's, ihr seht es kaum,
Singt doch so schön,
Daß wohl von nah und fern
Alle die Leute gern
Horchen und stehn.
Blümlein im Wiesengrund
Blühen so lieb und bunt,
Tausend zugleich;
Wenn ihr vorübergeht,
Wenn ihr die Farben seht,
Freuet ihr euch.
Wässerlein fließt so fort
Immer von Ort zu Ort
Nieder ins Tal;
Dürstet nun Mensch und Vieh,
Kommen zum Bächlein sie,
Trinken zumal.
Habt ihr es auch bedacht,
Wer hat so schön gemacht
Alle die drei?
Gott, der Herr, machte sie,
Daß sich nun spät und früh
Jedes dran freu'.

27. DAS VOGELNEST.

In einem Garten lebte ein Vögelein, das sehr schön singen konnte. Es baute sich in einem Busch ein hübsches Nestchen. In dieses legte es Eier hinein und brütete Junge aus. Einmal suchte das alte Vögelein Futter für seine Kinder. Da sahen zwei Buben das Nest und nahmen es samt den Jungen weg. Darüber wurde die Mutter der jungen Vögelein sehr traurig.

Sie flog hin und her und schrie, so laut sie konnte. Die Knaben machten sich aber nichts daraus. Endlich hörte die Schwester der bösen Knaben das Vögelein schreien. Gleich ging sie hin und nahm ihren Brüdern das Nestchen Weg und trug es wieder in die Hecke. Seit dieser Zeit hatten die Vögelein das Mädchen recht lieb, und wenn es im Garten war, sangen sie noch einmal so schön wie sonst.

28. DER DRACHE.

Mein Bruder Karl hatte einen großen Drachen gemacht. Er war aus holz und Papier. Um untern Ende befand sich ein langer Schwanz und am obern eine lange, dünne Schnur.

Nachmittags gingen wir hinaus auf das Feld hinter unserm Hause. Es war ein schöner Tag; die Sonne schien prächtig, und es wehte ein guter Wind. Wir ließen den Drachen steigen. Er stieg so hoch, wie die Schnur reichte. Wir konnten ihn kaum noch sehen.