Ich liebe die Bäume, die das vollbracht haben, woran wir scheiterten; die, ohne Vermittlung jedes christlichen Gefühls, allein durch das Wunder ihrer Majestät und ihres Schweigens, in Schönheit den Kampf und das Aufeinanderstoßen der Gewalten und des Egoismus verwirklichen, Kämpfe, denen ähnlich, die auch über unsere Zukunft entscheiden.

Sie haben keinen Richter, der von seiner Unantastbarkeit herab über sie urteilt; kein Priester gibt ihnen das trügerische Versprechen von der Vergebung der Sünden gegen den Nächsten; kein Arzt wendet Heilmittel an und verbindet Wunden; kein Nachbar sorgt schwatzend für die Verbreitung von Tadel, Verleumdung oder von Lob, das der Neid zersetzt.

Unter ihnen gebietet der Stärkste durch Gestalt und Gebärde; er schöpft ohne Rücksicht Kraft und Nahrung aus dem Boden, den seine Wurzeln sich erobert haben, und der Schwache ordnet sich ihm willig unter, findet seinen bescheidenen Weg, sein geringeres Ansehen ohne Scham und Klage, ohne Geschrei nach Recht zu tragen.

Ich liebe die Körper der Menschen und die der Tiere. Unsere betörten Sinne haben auf jede Weise den weiblichen und männlichen Körper zu schildern gesucht.

Das Gefühl spiegelt ihnen die Liebkosung der schönsten Früchte vor, während das Gesicht, sich an der Schönheit weidend, wahrnimmt, daß jedes Glied des menschlichen Körpers den verlockendsten Dingen ähnlich ist, die seine Wünsche auf Erden und im Paradiese begehren könnten. Der Duft verrät die Blumen, den Tau des Morgens und die herbstlichen Nebel, um der Wohlgerüche des Fleisches willen, welches Geheimnisse birgt, die ihm die Natur neidet. Die menschliche Stimme versetzt das Gehör in Ekstasen, wie sie keiner der Klänge, die die Kunstfertigkeit den Instrumenten entlockt, hervorzubringen vermöchte. Und der Geschmack wird von nichts so sicher berauscht als von der Berührung der im Kuß sich öffnenden Lippen.

Während diese Instinkte nur unzulänglich ihre elementare Natur unter der Maske einer primitiven Poesie verbergen, erschließt sich die volle Schönheit des menschlichen Körpers in der Bewegung! Und um die Pracht eines ringenden oder boxenden Männerkörpers, eines vom Tanze hingenommenen weiblichen Körpers zu beschreiben, fehlt uns Wort und Ausdruck.

Ich liebe die Körper der Tiere in ihrer geschmeidigen, berechnenden, trügerischen Anmut, elastisch, wie die der Katze, des Tigers und des Jaguars; stark, schwer und langsam, wie die der Ochsen; ungestüm und rhythmisch, wie die der Pferde beim Rennen, der verfolgenden Hunde und des verfolgten Hirsches; und ich liebe den Leib der Vögel mit der feierlichen Gangart, den Truthahn und das Perlhuhn.