»Bei Gott, das gestatte ich nicht! Ich bin nicht Wolodyjowskis Freund, ich bin sein Bruder, darum kann ich Frau Makowiezka als meine Schwester unter meinem Dache aufnehmen. An Euch, mein Fräulein, wende ich mich zuerst um Fürsprache, und wenn es nötig ist, will ich auf meinen Knieen darum bitten.«
Bei diesen Worten kniete er vor Christine nieder, umfaßte ihre Hand, drückte sie an die Lippen und schaute flehend — froh und traurig zugleich — in ihre Augen. Sie aber wurde rot, besonders weil Sagloba ausrief:
»Kaum angekommen, liegt er schon vor ihr auf den Knieen — bei Gott, das sage ich Frau Makowiezka, daß ich Euch so angetroffen habe! Scharf, Ketling! ... Erkennt daran seine höfischen Sitten, Fräulein!«
»Ich bin der höfischen Sitten nicht kundig,« flüsterte das Mädchen in größter Verwirrung.
»Kann ich auf Eure Fürsprache rechnen?« fragte Ketling.
»Steht doch auf!«
»Kann ich auf Eure Fürsprache rechnen? Ich bin Michaels Bruder, ihm geschieht ein Unrecht, wenn dieses Haus verödet!«
»Hier hilft mein Wollen nichts,« antwortete Christine, die schon mehr zu sich gekommen war, »wenn ich auch für das Eure dankbar sein muß.«
»Ich danke,« versetzte Ketling und drückte ihre Hand an den Mund.