»Die Engländer kümmern sich ebensoviel um unsere Wahlen wie um deine Ankunft,« versetzte Sagloba. »Ketling selbst ist kopflos darüber, daß er abreisen muß und uns verlassen ...«
Bärbchen lag schon das Wort auf der Zunge: Besonders Christine! — aber plötzlich kam es über sie, daß sie davon wie auch von dem jüngst gefaßten Entschlusse Christinens kein Wort erwähnen dürfe. Mit dem Instinkt des Weibes erriet sie, daß eins wie das andere gleich zu Anfang Michael unangenehm berühren und schmerzen könne; auch sie schmerzte etwas; darum schwieg sie trotz ihrer gewohnten Voreiligkeit.
»Von Christinens Absichten wird er auch ohnehin Kunde bekommen,« dachte sie, »und es ist gewiß besser, jetzt nicht davon zu sprechen, um so mehr, als auch Herr Sagloba kein Wörtchen davon gesagt hat.«
Inzwischen hatte sich Wolodyjowski wieder an den Kutscher gewandt: »So fahr' doch zu!« sagte er.
»Die Pferde und unsere Sachen haben wir in Praga gelassen,« sagte Makowiezki zu Sagloba, »und sind zu viert schleunigst aufgebrochen, obwohl es Nacht war, denn wir hatten es beide ungeheuer eilig.«
»Das glaube ich!« versetzte Sagloba. »Habt Ihr gesehen, welche Menschenmenge in der Residenz zusammengekommen ist? Hinter den Schlagbäumen stehen Lager und Bazare, daß man Mühe hat, hindurchzukommen. Wunderbare Dinge berichten die Menschen von der künftigen Wahl; ich will sie Euch daheim bei passender Gelegenheit erzählen.«
Nun begann ein Gespräch über Politik; Sagloba bemühte sich, von ungefähr die Meinung des Herrn Truchseß zu erkunden, zum Schluß aber wandte er sich an Wolodyjowski und fragte ohne Umschweife:
»Und du, Michael, wem gibst du deine Stimme?«
Aber Wolodyjowski erbebte statt zu antworten, als sei er aus dem Schlafe geweckt worden, und sagte:
»Ich bin doch neugierig, ob sie schon schlafen, und ob wir sie noch heute sehen werden.«