»Michael!« rief Frau Truchseß.

Er aber sah mit irrem Blick bald sie, bald Herrn Sagloba an; endlich sagte er mit furchtbarer Stimme:

»Lastet denn ein Fluch auf mir?«

»Lästere nicht!« rief Sagloba.

Bei diesem Ausruf erriet Sagloba und die Frau Truchseß das Herzensgeheimnis des kleinen Ritters, und als er plötzlich aufstand und das Zimmer verließ, sahen sie einander in Erstaunen und Besorgnis an, bis endlich Michaels Schwester sagte:

»Um Gottes willen, folgt ihm, redet ihm zu Herzen, tröstet ihn; wo nicht, will ich gehen.«

»Tut das nicht!« versetzte Sagloba, »keiner von uns darf zu ihm. Ihm ist Christine nötig, und da das nicht sein kann, ist es besser, wir lassen ihn allein, denn Trost zur unrechten Zeit führt zu noch größerer Verzweiflung.«

»Ich sehe klar, er wollte zu Christine; seht, ich habe gewußt, daß er sie gern hat, daß er ihre Gesellschaft aufgesucht. Aber, daß er so ganz und gar in sie vernarrt sei, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen.«

»Er ist wohl mit einem fertigen Entschluß hierhergekommen, in dem er seine ganze Seligkeit gesehen hat. Und darum traf es ihn wie ein Donnerschlag.«

»Warum hat er aber niemandem ein Wörtchen gesagt, weder mir, noch Euch, noch Christine selber? Vielleicht hätte das Mädchen das Gelübde nicht getan.«