»Es wäre nur gerecht,« dachte er, »wenn Michael und Ketling mir die Ohren abschnitten. Jemand gegen seinen Willen verheiraten wollen, ist eigentlich so viel, wie jemand auf ein Pferd setzen mit dem Gesicht dem Schwanze zugekehrt. Hat schon recht, der Käfer; wenn die sich schlagen, kommt Ketlings Blut auf mein Haupt. Da habe ich mir auf meine alten Tage was Schönes eingebrockt — pfui Teufel! Schließlich haben sie mich noch aufs Glatteis geführt, denn ich habe kaum geahnt, warum Ketling übers Meer will und diese Eule ins Kloster, während der kleine Heiduck längst alles durchschaut hat.«
Sagloba hielt eine Weile still in seinen Gedanken, dann brummte er auf:
»Ein Teufelskind, dieses Mädchen! Michael muß Krebsaugen haben, um jene Puppe dieser vorzuziehen!«
Inzwischen hatten sie die Stadt erreicht, aber jetzt erst begannen die Schwierigkeiten, denn niemand von ihnen wußte, wo Ketling gegenwärtig wohne, oder wo Michael sich hätte hinbegeben können, und in diesem Menschengedränge suchen, hieß so viel, wie ein Körnchen aus einem Scheffel Mohn herauslesen wollen.
Zunächst begaben sie sich also an den Hof des Großhetmans. Dort wurde ihnen gesagt, Ketling habe an diesem Morgen eine überseeische Reise antreten wollen; Michael sei dagewesen und habe nach ihm gefragt, es wisse aber niemand, wohin er sich begeben habe. Man vermute, zu den Fahnen, die außerhalb der Stadt lagen.
Sagloba ließ den Wagen umkehren, aber auch im Lager konnte man nichts erfahren. Sie fuhren noch in alle Gasthäuser an der Langen Straße, sie waren in Praga — alles vergeblich.
Darüber brach die Nacht herein, und da an ein Unterkommen in der Stadt nicht zu denken war, mußten sie nach Hause zurückkehren.
Sie kehrten in schwerer Sorge heim; Bärbchen weinte ein wenig, der fromme Truchseß betete, Sagloba war wirklich beunruhigt. Er versuchte indessen, sich und die Gesellschaft zu trösten.
»Ha,« sagte er, »wir machen uns hier Sorge, und Michael ist vielleicht schon zu Hause.«
»Oder getötet,« sagte Bärbchen.