»Ja, ja, ja!« antwortete Bärbchen.
Bei dieser Antwort erfaßte auch ihn die Erregung; er drückte seine Lippen auf ihren rosigen, jungfräulichen Mund, und wieder hielten sie sich umfangen.
Draußen rollte eine Britschka heran, und Sagloba stürzte in den Flur, dann in das Speisezimmer, in welchem der Truchseß und seine Gattin saßen.
»Michael ist nicht da!« schrie er in einem Atem, »überall habe ich gesucht. Er ist mit Ketling zusammen gesehen worden, — sie haben sich gewiß geschlagen!«
»Michael ist hier,« antwortete die Frau Truchseß, »er hat Ketling mitgebracht und ihm Christine abgetreten.«
Die Salzsäule, in welche Lots Gattin verwandelt ward, hatte vielleicht kein so starres Gesicht als Sagloba in diesem Augenblick. Eine lange Zeit schwieg er, dann rieb er sich die Augen und sagte: »Hm!«
»Christine und Ketling sitzen hier nebeneinander, und Michael ist hinausgegangen, um zu beten,« antwortete der Truchseß.
Sagloba ging, ohne einen Augenblick zu zögern, in das Zimmer, und obwohl er schon alles wußte, staunte er zum zweiten Male, da er Ketling und Christine Stirn an Stirn dasitzen fand. Sie sprangen auf, waren sehr verwirrt und konnten kein Wort sprechen, besonders da mit Sagloba auch der Truchseß und seine Gattin hereingetreten waren.
»Meine Dankbarkeit gegen Michael dauert übers Grab,« sagte endlich Ketling. »Unser Glück ist sein Werk!«
»Segne euch Gott,« sagte der Truchseß, »wir werden Michael nicht widersprechen.«