»Räuber gegen solche Macht — Kinderspiel!« antwortete Sagloba, »die Tataren — Kinderspiel! denn kommen sie mit Macht an, so hört man das vorher, und kommen sie in kleinerer Zahl, so reibst du sie auf.«
»Nicht wahr,« rief Bärbchen, »ist es nicht Kinderspiel? Räuber — Kinderspiel! Tataren — Kinderspiel! Mit solcher Macht schützt Michael mich gegen die ganze Krim.«
»Störe mich nicht in meiner Überlegung,« antwortete Sagloba, »sonst entscheide ich gegen dich.«
Bärbchen legte schnell beide Hände auf den Mund und zog den Kopf zwischen die Schultern ein; sie tat so, als ob sie vor Sagloba entsetzliche Angst habe. Er aber fühlte sich, obwohl er sah, daß das junge Weibchen scherze, geschmeichelt und legte seine hagere Hand auf Bärbchens blonden Kopf.
»Nun, fürchte dich nicht, ich mache dir eine Freude.«
Bärbchen küßte ihm die Hand, denn wirklich hing sehr viel von seinen Ratschlägen ab, die so zuverlässig waren, daß nie jemand durch sie enttäuscht wurde; er aber steckte beide Hände in den Gurt, blickte mit seinem gesunden Auge bald ihn, bald sie scharf an und sagte plötzlich:
»Und Nachkommen gibt's nicht, — was?«
Dabei schob er die Unterlippe seltsam vor.
»Gottes Wille,« antwortete Michael und schlug seine Augen nieder.