Das düstere, wenn auch schöne Gesicht des jungen Tataren erhellte sich nicht ganz, aber man sah, daß er dankbar sei für die freundliche Aufnahme und dafür, daß man ihn nicht in das Gesindezimmer gewiesen.
Bärbchen aber bemühte sich mit Absicht, freundlich gegen ihn zu sein, denn sie hatte mit dem Herzen des Weibes erraten, daß er mißtrauisch und stolz sei, und daß Demütigungen, wie er sie gewiß oft wegen seiner zweifelhaften Herkunft zu ertragen hatte, ihn tief schmerzten. Sie machte also zwischen ihm und Snitko keinen anderen Unterschied als den, welchen das reifere Alter Snitkos zu machen nötigte. Sie fragte den jungen Hauptmann nach den Diensten aus, um derentwillen er bei Kalnik einen höheren Rang erhalten hatte. Sagloba erriet Bärbchens Wünsche und wandte sich auch ziemlich oft an Asya, und er, obwohl anfangs ein wenig trotzig, gab vernünftige Antworten; seine Manieren verrieten nicht den Mann aus dem Volke, sondern sie riefen durch eine gewisse höfische Art sogar Verwunderung hervor.
Das kann kein Bauernblut sein, — dachte Sagloba, sonst wäre er nicht so stolzen Sinnes.
Dann fragte er laut:
»Und wo lebt Euer Vater?«
»In Litauen,« versetzte Mellechowitsch errötend.
»Litauen ist ein großes Land; das ist gerade so, als wenn Ihr mir geantwortet hättet: in der Republik.«
»Jetzt nicht mehr in der Republik, denn jene Lande sind abgefallen. Mein Vater hat in der Nähe von Smolensk Besitztümer.«
»Auch ich hatte dort bedeutende Güter, die mir nach dem Tode eines kinderlosen Verwandten zugefallen sind, aber ich zog es vor, sie fahren zu lassen und bei der Republik zu bleiben.«
»So tue auch ich,« antwortete Mellechowitsch.