»Ihr handelt würdig,« fiel Bärbchen ein.
Snitko, der dem Gespräch zuhörte, zuckte ein wenig die Achsel, als wollte er sagen: Gott mag wissen, wer du bist, und wo du herkommst. — Sagloba aber, der das bemerkt hatte, wandte sich wieder an Mellechowitsch:
»Und Ihr bekennet Christum oder — ich will Euch nicht beleidigen — lebt in der Sünde?«
»Ich habe den Christenglauben angenommen, und aus diesem Grunde mußte ich meinen Vater verlassen.«
»Wenn du ihn darum verlassen hast, so wird dich Gott dafür nicht verlassen, und der erste Beweis seiner Gnade ist der, daß du Wein trinken kannst, den du, im Irrtum verharrend, nicht genossen hättest.«
Snitko lachte auf, aber Asya waren diese Fragen, die seine Person und Abstammung betrafen, offenbar nicht angenehm, denn er hatte sich wieder wie vorhin aufgebläht. Sagloba aber achtete nicht darauf, um so weniger, als der junge Tatar ihm nicht gerade gefiel, denn in manchen Augenblicken erinnerte er, wenn auch nicht durch sein Gesicht, so doch durch seine Bewegungen und seinen Blick, an den berühmten Kosakenführer Bohan.
Inzwischen wurde das Mittagessen gebracht.
Den Rest des Tages nahmen die letzten Reisevorbereitungen in Anspruch; am anderen Morgen brach man auf, als es kaum dämmerte, oder richtiger, als es noch Nacht war, um in einem Tage nach Chreptiow zu gelangen.
Zahlreiche Wagen waren aufgefahren, denn Bärbchen hatte beschlossen, die Kammer in Chreptiow reichlich zu versehen; daher gingen auch hinter den Wagen reichbeladene Kamele und Pferde, die sich unter der Last der Graupen und des geräucherten Fleisches beugten. Den Schluß der Karawane machten etliche zehn Steppenrinder und eine kleine Herde Schafe. Eröffnet wurde der Zug von Asya mit seinen Lipkern. Die Dragoner ritten in nächster Nähe des gedeckten Wagens, in welchem Bärbchen und Sagloba saßen. Sie hätte am liebsten den Apfelschimmel bestiegen, der als Leitpferd mitging, aber der alte Edelmann bat sie, dies wenigstens zu Anfang und zu Ende der Reise nicht zu tun.
»Ja, wenn du ruhig säßest,« sagte er, »würde ich nichts dagegen haben, aber du fängst bald an, ausgelassen zu sein und mit dem Pferde Possen zu treiben, und das steht der Würde der Frau Kommandantin nicht an.«