»Michael!« schrie Bärbchen, da sie ihn an der Spitze heranjagen sah.

Es war wirklich Wolodyjowski, der seiner Gattin mit einigen Begleitern entgegengeritten kam. Sie begrüßten sich mit großer Freude und erzählten einander, was sie erlebt hatten.

Bärbchen berichtete also, wie es ihnen unterwegs ergangen sei, und wie Asya sich »den Verstand an den Steinen zerschlagen« habe, und der kleine Ritter gab Rechenschaft über seine Tätigkeit in Chreptiow, wo, wie er versicherte, alles bereit stehe und dem Empfang entgegensehe, denn fünfhundert Äxte hätten drei Wochen hindurch an den Gebäuden gearbeitet.

Während dieses Gespräches neigte sich der verliebte Ritter immer wieder von der Satteldecke herab und umfaßte seine junge Gattin, die offenbar darüber nicht böse war, denn schon ritt sie an seiner Seite, so daß ihre Pferde sich bald berührten.

Das Ende der Reise war nicht mehr weit, aber inzwischen war die Nacht angebrochen, eine herrliche Nacht, von einem großen, goldenen Monde erleuchtet. Aber er wurde immer blasser, je mehr er sich von der Steppe gen Himmel erhob, und endlich wurde sein Glanz verdunkelt durch einen Feuerschein, der grell vor der Karawane aufstieg.

»Was ist das?« fragte Bärbchen. —

»Das wirst du sehen,« sagte Michael, »wenn wir erst durch dieses Wäldchen kommen, das uns von Chreptiow trennt.«

»Ist das schon Chreptiow?«

»Du würdest es wie auf der Hand vor dir sehen, wenn die Bäume es nicht verdeckten.«