»Wir wollen sehen,« sagte Bärbchen entrüstet.

Unter solchen Gesprächen waren sie in eine Gegend gekommen, die hier und da mit Gestrüpp bedeckt war. Die Morgendämmerung war nahe, aber es hatte sich inzwischen doch verfinstert, denn der Mond war untergegangen. Von der Erde hob sich ein leichter Dunst und umschleierte die entfernteren Gegenstände. In diesem leichten Nebel und Zwielicht nahm das Dickicht, das in der Nähe hin und her schwankte, in Bärbchens erregter Phantasie Gestalten lebender Wesen an. Manchmal schien es ihr, als sähe sie deutlich Menschen und Pferde.

»Michael, was ist das?« fragte sie flüsternd und zeigte mit dem Finger auf einen Seitenpfad.

»Nichts, — Buschwerk.«

»Ich glaubte, es seien Reiter. Sind wir bald an Ort und Stelle?«

»In etwa anderthalb Stunden geht es los.«

»Ha!«

»Fürchtest du dich?«

»Nein, das Herz pocht mir vor Freude. Wie sollt' ich mich fürchten? Ganz und gar nicht! — Sieh', was für ein Reif hier liegt; man sieht's, obwohl es dunkel ist.«

Sie waren in der Tat auf einen Strich der Steppe gelangt, auf welchem die langen Stengel des Steppengrases mit Reif bedeckt waren. Michael sah hin und sagte: