»Mellechowitsch ist ein tüchtiger Krieger,« sagte Bärbchen.

Hier wandte sie sich an Herrn Sagloba: »Und Ihr, was habt Ihr vollbracht?«

»Ich habe nicht gezirpt wie eine Grille, ich bin nicht gesprungen wie ein Floh oder ein Zicklein, denn solche Scherze überlasse ich den Insekten. Dafür hat man mich aber auch nicht im Moose gesucht wie einen Pilz, hat man mich nicht an der Nase herumgezogen, hat mir auch niemand in den Mund geblasen ...«

»Ich mag Euch nicht leiden!« gab Bärbchen zurück, indem sie den Mund spitzte und unwillkürlich an ihr rosiges Näschen fuhr.

Und er sah sie an, lächelte und brummte und hörte nicht auf, sie zu necken.

»Du hast dich tapfer geschlagen,« sagte er, »du hast dich brav aus dem Staube gemacht, du hast einen Purzelbaum geschossen, und jetzt wirst du dir vor Schmerzen ebenfalls tapfer auf alle Glieder Grütze auflegen; wir aber müssen dich hüten, damit dich samt deiner Tapferkeit die Sperlinge nicht anpicken, denn sie sind auf Grütze sehr happig.«

»Ihr zielt schon darauf ab, daß mich Michael zu einem zweiten Kriegszug nicht mitnimmt, das weiß ich sehr wohl!«

»Ganz im Gegenteil, ich werde ihn immer bitten, daß er dich zum Nüssesammeln mitnehme, denn du bist zierlich, und der Zweig wird unter dir nicht zusammenbrechen. Du lieber Gott, das nenn' ich Dankbarkeit! Wer hat Michael zugeredet, daß du mit uns reiten sollest? — Ich. Ich mache mir jetzt furchtbare Vorwürfe, besonders da du mir meine Güte so heimzahlst. Warte, jetzt sollst du mit einem hölzernen Säbel Taubennesseln auf dem Markte in Chreptiow köpfen. Das ist eine Beschäftigung für dich! Jeder andere würde den Alten umarmen, und diese bissige Teufelin hat mir erst Angst eingejagt, und jetzt setzt sie mir noch zu.«

Bärbchen besann sich nicht lange und umarmte Herrn Sagloba, der sehr erfreut darüber war, und sagte:

»Nun, nun, ich muß gestehen, daß du ein wenig beigetragen hast zu dem heutigen Siege, denn die Soldaten haben sich, da jeder vor dir glänzen wollte, mit furchtbarem Mute geschlagen.«