»Seht ihr!« antwortete Bärbchen, »ein solcher Fall kann jedem bei einem Sprunge begegnen, nicht wahr? Keine Erfahrung schützt davor, daß das Pferd strauchelt. Ha, gut, daß ihr mich gesehen habt, denn ich hätte hier lange liegen können.«

»Herr Mellechowitsch war der erste, der dich erblickt, und der erste, der dir Hilfe gebracht hat; wir kamen hinter ihm her,« antwortete Wolodyjowski.

Da Bärbchen das hörte, wandte sie sich zu dem jungen Lipker und streckte ihm die Hand entgegen.

»Ich danke Euch für die Freundlichkeit!«

Er antwortete nichts, er drückte nur ihre Hand an seinen Mund; dann neigte er sich und umfaßte in Demut ihre Füße wie ein Bauer.

Inzwischen waren immer mehr Fahnen an dem Rande der Kluft zusammengekommen. Die Schlacht war beendet, darum gab Herr Michael nur noch Mellechowitsch Befehle, die Verfolgung der wenigen Tataren anzuordnen, welchen es gelungen war, sich vor den Verfolgern zu verbergen, und sie zogen gleich alle nach Chreptiow ab. Auf dem Wege sah Bärbchen noch einmal von der Anhöhe über das Schlachtfeld.

Leichen von Menschen und Pferden lagen da, an manchen Stellen in Haufen, an anderen einzeln; am blauen Himmel zogen immer zahlreichere Scharen von Raben mit lautem Gekrächz zu, setzten sich in der Nähe nieder und warteten darauf, daß die Soldaten, die sich noch in der Ebene tummelten, fortritten.

»Seht, das sind die Totengräber des Krieges,« sagte Sagloba und zeigte mit der Krümmung des Säbels auf die Vogelschar. »Und wenn wir fort sind, kommen die Wölfe hierher und machen den Verstorbenen mit den Zähnen ihre Musik. Es ist ein bedeutender Sieg, wenn auch über einen niederträchtigen Feind davongetragen, denn jener Asba hat seit Jahren bald hier, bald dort Schrecken verbreitet. Die Kommandanten haben ihm wie einem Wolfe aufgelauert, aber stets vergeblich, bis er endlich auf Michael traf und seine schwarze Stunde schlug.«

»Asba-Bey ist erschlagen?«

»Mellechowitsch war der erste, der auf ihn losging, und ich sage dir, er hieb ihm über die Ohren, daß ihm der Säbel bis in die Zähne fuhr.«