Wolodyjowski klatschte in die Hände.

»Ich habe es mir gleich gedacht, daß Ihr Nowowiejskis Vater seid, und ich hätte gefragt, wenn mich nicht die Trauer der Frauen abgelenkt hätte. Ich habe es gleich gedacht, denn auch Eure Züge ähneln sich. Ei, seht doch, so ist er Euer Sohn!«

»So versicherte mir seine Mutter selig, und da sie ein tugendhaftes Weib war, habe ich keine Veranlassung, daran zu zweifeln.«

»So freue ich mich doppelt über einen solchen Gast, bei Gott! Nur nennt mir Euren Sohn nicht einen Tunichtgut, denn er ist ein trefflicher Krieger und ein würdiger Ritter, der Euch alle Ehre macht, und nach Herrn Ruschtschyz der beste Streifzügler in der ganzen Fahne; oder solltet Ihr nicht wissen, daß er des Herrn Hetmans Augenstern ist? Ganze Kommandos hat man ihm schon anvertraut, und aus jeder Funktion ist er mit großem Ruhme hervorgegangen.«

Herr Nowowiejski errötete vor Freude.

»Mein Herr Hauptmann,« sagte er, »oft tadelt ein Vater sein Kind, nur damit ein anderer seinen Worten widerspreche, und ich meine, man kann das väterliche Herz nicht besser ergötzen, als wenn man dem Tadel widerspricht. Ich habe schon von den löblichen Taten Adams gehört, aber jetzt erst sind sie mir wahrhaft erfreulich, wo die Bestätigung seines Rufes aus so berühmtem Munde kommt. Man sagt, er soll nicht bloß ein tapferer Soldat sein, sondern auch ein ernster, was mich gar wunder nimmt, denn er war immer ein Sausewind. Lust zum Kriege hatte der Junge von Kindheit an; der beste Beweis ist, daß er als Knabe aus dem Hause entlief. Ich muß gestehen, wenn ich ihn damals gefaßt hätte, würde ich ihm ein schönes pro memoria gegeben haben. Aber das werde ich jetzt nicht dürfen, sonst geht er mir wieder auf zehn Jahre davon, und dem alten Vater würde bange sein.«

»Daß er aber so viele Jahre hindurch nicht einmal einen Blick in das Vaterhaus geworfen hat?«

»Ich hab's ihm verwehrt. Nun aber ist's genug, und ich gehe zuerst zu ihm, weil er im Dienste doch nicht abkommen kann. Ich wollte die verehrten Herrschaften, meine Gönner, um Gastfreundschaft für das Mädchen bitten und allein nach Raschkow gehen; da Ihr aber sagt, daß die Wege überall sicher sind, so nehme ich auch sie mit. Die Elster möchte gern die Welt sehen, — mag sie sich satt sehen.«

»Und die Menschen mögen sich an ihr satt sehen!« warf Sagloba ein.

»Das gäbe wenig zu sehen,« antwortete das Mädchen, dessen lebhafte schwarze Augen und wie zum Kuß gewölbte Lippen eine andere Sprache redeten.