»Ein gewöhnlicher Pudel, nichts anderes als ein Pudel,« sagte Nowowiejski; »wenn sie einen Offizier sieht, so ist sie vom Bändel. Darum wollte ich sie auch lieber mitnehmen, als zu Hause lassen, besonders da das Mädchen im Hause nicht sicher ist. Sollte ich aber ohne sie nach Raschkow reisen, so müssen die gnädige Frau sie an ein Schnürchen binden lassen, sonst rückt sie wohl gar aus.«
»Gab man ihr einen Spinnrocken zum Spinnen — sagte Sagloba — so tanzte sie mit ihm, wenn sie nichts Besseres hatte; aber Ihr seid ein lustiger Herr. Bärbchen, ich möchte mit Herrn Nowowiejski anstoßen, denn auch ich bin ein Freund von Kurzweil ...«
Noch ehe man das Abendbrot brachte, öffnete sich die Tür, und Mellechowitsch trat ein. Nowowiejski hatte ihn nicht sogleich bemerkt, denn er war mit Sagloba ins Gespräch gekommen; wohl aber war er Evchen ins Auge gefallen, und ihre Wangen überflog eine Flammenröte. Dann wurde sie plötzlich blaß.
»Herr Kommandant,« sagte Mellechowitsch zu Wolodyjowski, »zu Befehl, die Leute sind gefangen worden.«
»Gut, wo sind sie?«
»Ich habe sie hängen lassen, wie Ihr befohlen.«
»Gut. Und sind deine Leute zurückgekehrt?«
»Ein Teil ist dort geblieben, die Leichen einzuscharren, der Rest ist bei mir.«
In diesem Augenblick hob Nowowiejski den Kopf empor und ein ungewöhnliches Staunen malte sich in seinen Zügen.
»Bei Gott, was sehe ich!« sagte er.