»Der Edelmann dort — er zeigte mit dem Finger auf Nowowiejski — sagt, ich sei sein eigen, und ich erwidere ihm: mein Vater stieg zu Roß mit Hilfe der Rücken Besserer, als er ... Nun denn, er spricht die Wahrheit, wenn er sagt, daß ich bei ihm war, denn ich war bei ihm, und unter seiner Knute floß mir das Blut den Rücken herab, was ich ihm nicht vergessen will, so wahr ich lebe! Mellechowitsch habe ich mich genannt, um seiner Verfolgung zu entgehen, aber obgleich ich nach der Krim entfliehen konnte, diene ich jetzt diesem Vaterland mit meinem Blut und meinem Leben, und ich bin keines Herrn Diener als des Hetmans. Mein Vater war mit Khanen Bruder und Vetter, und in der Krim harrten meiner Reichtümer und Überfluß. Ich aber blieb hier in der Niedrigkeit, denn ich liebe dieses Vaterland, und ich liebe den Hetman, und ich liebe all die, die mir nicht Verachtung gezeigt haben.«

Bei diesen Worten verneigte er sich vor Wolodyjowski — vor Bärbchen so tief, daß er mit seinem Kopfe beinahe ihre Kniee berührte; sonst blickte er niemand an, nahm seinen Degen unter den Arm und ging hinaus.

Noch eine Weile dauerte das Schweigen; Sagloba ergriff zuerst das Wort:

»Ha, wo ist Herr Snitko? Habe ich nicht gesagt, daß dieser Asya wie ein Wolf dreinschaut, und daß er ein Wolfssohn ist?«

»Ein Löwensohn,« antwortete Wolodyjowski, »und wer weiß, ob er nicht dem Vater nachgeartet ist!«

»Bei Gott, habt Ihr nicht bemerkt, wie ihm die Zähne leuchteten, ganz wie dem alten Tuhaj, wenn er im Zorne war,« sagte Herr Muschalski, »daran allein hätte ich ihn erkannt, denn ich habe auch den alten Tuhaj oft gesehen.«

»Nicht so oft wie ich,« antwortete Sagloba.

»Jetzt begreife ich,« warf Bogusch ein, »warum er unter den Lipkern und Tscheremissen solche Achtung genießt. Verehren sie doch Tuhajs Namen wie den eines Heiligen. Beim lebendigen Gott, wenn dieser Mensch wollte, er könnte sie alle bis auf den letzten Mann in den Dienst des Sultans hinüberführen und uns furchtbare Niederlagen bereiten.«

»Das tut er nimmer,« versetzte Michael, »denn was er gesagt hat, daß er dieses Vaterland und den Hetman liebe, ist Wahrheit, sonst würde er nicht unter uns dienen, während ihm freisteht, nach der Krim zu gehen und dort im Überfluß zu leben. Überfluß hat er wahrlich bei uns nicht gehabt.«

»Das tut er nimmer!« wiederholte Bogusch, »denn wollte er es, so hätte er's längst getan. Nichts hätte ihn hindern können.«