»Denn daß du Asya heißest, das wissen wir alle,« fügte Herr Michael hinzu.

»Wozu andere Beweise suchen?« sagte Nowowiejski; »wenn dies mein Knecht ist, so hat er Fische von blauer Farbe auf der Brust eingezeichnet!«

Als Nienaschyniez das hörte, riß er Mund und Nase auf, griff sich an den Kopf und rief:

»Asya, Tuhaj-Beys Sohn!«

Aller Augen richteten sich auf ihn; er zitterte am ganzen Leibe, als öffneten sich seine Wunden wieder, und er schrie noch einmal:

»Das ist mein Kriegsgefangener, das ist Tuhaj-Beys Sohn, bei Gott, er ist's!«

Und der junge Lipker warf stolz den Kopf zurück und ließ seinen Schlangenblick über die Versammlung schweifen; dann riß er plötzlich sein Wams auf der breiten Brust entzwei und sagte:

»Seht hier die Fische in blauer Farbe. — Ich bin der Sohn des Tuhaj-Bey!«

Im ganzen Kreise blieb es stumm, einen so mächtigen Eindruck hatte der Name des furchtbaren Kriegers gemacht. War er es doch, der in Gemeinschaft mit dem fürchterlichen Chmielnizki die ganze Republik aufgerüttelt hatte, er, der ein Meer polnischen Blutes vergossen, der die Ukraine, Wolhynien, Podolien und die galizischen Lande mit den Hufen seiner Pferde zertreten, Schlösser und Burgen vernichtet, Dörfer in Brand gesteckt und Myriaden von Menschen in die Gefangenschaft fortgeschleppt hatte. Und der Sohn dieses Mannes stand hier vor der Versammlung in der Chreptiowschen Grenzwarte und sagte den Männern ins Gesicht: ich trage die blauen Fische auf meiner Brust, ich bin Asya, Fleisch vom Fleische Tuhaj-Beys! Aber so groß war bei den Leuten jener Zeit die Achtung vor ausgezeichneter Abstammung, daß trotz der Scheu, welche der Name des berühmten Murza in der Seele eines jeden Kriegers hervorrufen mußte, Mellechowitsch in ihren Augen wuchs, als sei er mit der ganzen Größe seines Vaters angetan.

Sie blickten ihn mit Erstaunen an, besonders die Frauen, für die alles Geheimnisvolle den größten Reiz besitzt. Jener aber stand, als sei er auch in seinen eigenen Augen durch das Bekenntnis gewachsen, stolz da, er senkte den Kopf nicht und sagte endlich: