»Evchen, sprich schnell, furchtbar schnell, liebst du ihn?«
Eva schlug Flammenröte ins Gesicht. Das Mädchen mit dem schwarzen Haar und den schwarzen Augen hatte heißes Blut, und bei jeder Erwähnung der Liebe schlugen seine Wellen in ihre Wangen.
»Evchen,« wiederholte Bärbchen zum zehntenmal, »liebst du ihn?«
»Ich weiß nicht,« antwortete Evchen nach einem Augenblick des Zögerns.
»Aber du sagst nicht nein, oho, so weiß ich's schon! Nun, sträube dich nicht, ich habe Michael zuerst gesagt, daß ich ihn liebe — und 's tat mir gar nichts, es war gut! Ihr habt euch auch wohl früher sehr geliebt? Ha, jetzt begreife ich, so ist er aus Sehnsucht nach dir immer so düster wie ein Wolf, er ist ja beinahe eingegangen. Was war's zwischen euch? Erzähle!«
»In der Laube hat er gesagt, daß er mich liebe,« flüsterte Eva.
»In der Laube! Ei, und dann?«
»Dann umfaßte er mich und küßte mich!« fuhr das Mädchen leiser fort.
»O dieser Mellechowitsch! Und du?«
»Ich fürchtete mich zu schreien.«