Bogusch stemmte die Hände in die Seiten.

»So ist es, er wird Hetman! Ich bedaure, daß ich nicht mehr sagen kann ... er wird Hetman und damit basta!«

»Vielleicht bei den Hunden? Oder er wird hinter den Viehherden herlaufen, die Tatarenhaufen haben auch ihre Hetmans. Pfui, was schwatzt Ihr, Herr Truchseß! Er ist der Sohn des Tuhaj-Bey, schön; aber wenn er Hetman werden soll, was soll ich werden, was sollte Michael, was solltet Ihr selbst werden? Wohl gar die drei Könige nach Weihnachten, wenn Kaspar, Melchior und Balthasar abdanken? Mich wenigstens hat der Adel zum Regimentar erwählt; ich habe nur aus Freundschaft Herrn Paul Sapieha die Würde abgetreten, aber von Euren Prophezeiungen verstehe ich bei Gott nicht ein Sterbenswörtchen!«

»Und ich sage euch, Asya ist ein großer Mann.«

»Habe ich's euch nicht gesagt,« fiel Bärbchen ein, indem sie sich zur Tür wandte, durch welche die anderen Gäste der Grenzwarte einzutreten begannen.

Frau Boska kam zuerst mit der blauäugigen Sophie, Herr Nowowiejski mit Evchen, die nach einer schlecht durchschlafenen Nacht noch reizvoller als gewöhnlich aussah. Sie hatte schlecht geschlafen, denn seltsame Träume hatten sie beunruhigt; sie hatte im Traume Asya gesehen, nur war er schöner und zudringlicher als früher. Evchen schlug die Röte ins Gesicht bei der Erinnerung an diesen Traum, denn ihr war, als müsse ihn jedermann aus ihrem Gesichte lesen. Aber es beachtete sie niemand, denn es begrüßten alle die Frau Kommandantin mit einem »Guten Morgen«; dann nahm Bogusch wieder seine Erzählung auf von der Größe und der hohen Mission Asyas, und Bärbchen freute sich, daß auch Eva und ihr Vater es anhören mußten. Der Alte hatte sich seit dem Augenblick der ersten Begegnung mit dem Tataren ausgetobt und war bedeutend ruhiger; er forderte ihn nicht mehr als seinen Knecht zurück. Die Wahrheit zu sagen: die Entdeckung, daß Asya ein tatarischer Fürst und der Sohn Tuhaj-Beys sei, hatte auch auf ihn tiefen Eindruck gemacht. Mit Bewunderung hatte er auch von seinem außerordentlichen Mut vernommen, und daß der Hetman selbst ihm einen so hervorragenden Auftrag, wie die Heranziehung aller Lipker und Tscheremissen in den alten Dienst der Republik war, anvertraut habe. Manchmal aber schien es Herrn Nowowiejski sogar, als sei von einem anderen die Rede; zu einem so ungewöhnlichen Manne war Asya in seinen Augen emporgewachsen.

Und Bogusch wiederholte immer wieder mit sehr geheimnisvoller Miene: »Das ist noch gar nichts gegen das, was ihm in Zukunft offen steht; aber ich darf darüber nicht sprechen.«

Als die anderen zweifelnd den Kopf schüttelten, rief er: »Die zwei größten Männer in der Republik sind Herr Sobieski und Tuhaj-Beys Sohn.«

»Bei Gott,« sagte endlich Nowowiejski in seiner Ungeduld, »ob er ein Fürstensohn oder kein Fürstensohn — was kann er in unserer Republik werden, da er kein Edelmann ist. Bisher hat er doch das Bürgerrecht nicht.«