»Der Vater war erstaunt, denn er hatte das nicht erwartet, und begann bald über meine Verschwendung zu klagen: Es sei, sagt er, vorhanden, aber solch ein Windbeutel, solch ein Tagedieb, der sich nur gern aufbläht und den Magnaten spielt, der bringe alles durch und halte nichts fest; dann übermannte ihn die Neugier, und er fragte mich eingehend aus, was ich habe; und da ich sah, daß ich nur gut zu schmieren brauchte, um gut zu fahren, so verbarg ich ihm nicht nur nichts, sondern ich log noch ein bißchen hinzu, obwohl ich nicht gern schönfärbe, denn ich meine, die Wahrheit ist Hafer, und die Lüge ist Häcksel. Der Vater griff sich mit beiden Händen an den Kopf und dachte nach: Dies und das könnte man zukaufen, sagte er, diesen und jenen Prozeß fördern; wir würden Rain an Rain wohnen, und in deiner Abwesenheit würde ich alles beaufsichtigen. Und da brach das weiche Vaterherz in Tränen aus. — Adam, sagte er, das Mädchen hat mir für dich sehr gefallen, besonders, da sie unter dem Schutze des Hetmans steht, und daraus könnte dir auch ein Nutzen erwachsen. Adam, sagt er, daß du mir aber auch meine zweite Tochter behütest und sie mir nicht zugrunde richtest, sonst würde ich es dir in meiner Todesstunde nicht verzeihen. — Und ich, wie ich nur das Wort höre von Sophiechens Kränkung, brülle los, wir fallen uns einander in die Arme und weinten akkurat, bis die Hähne krähten.«

»Alter Schelm!« brummte Sagloba. Dann fügte er laut hinzu:

»Ha, da können wir bald in Chreptiow eine Hochzeit und neue Festlichkeiten haben, besonders da der Karneval kommt.«

»Wenn es von mir abhinge, könnte es schon morgen sein!« rief Nowowiejski feurig. »Aber das geht nicht so; mein Urlaub ist in kurzem beendet, und Dienst ist Dienst, ich muß nach Raschkow zurück. Je nun, Herr Ruschtschyz gibt mir auch einen zweiten Urlaub, das weiß ich, aber ich bin nicht sicher, ob es nicht von seiten der Frauen eine Verzögerung gibt. Mache ich mich an die Mutter, so sagt sie: Mein Mann ist in der Gefangenschaft —, mache ich mich an die Tochter, was sagt sie? — Väterchen ist in der Gefangenschaft! Was soll das heißen? Halte ich diesen Vater in Ketten, oder was? Ich fürchte, es gibt Hindernisse. Wenn das nicht wäre, faßte ich den Priester Kaminski am Gewand und ließ ihn nicht los, ehe er mich mit Sophiechen verbunden hat. Aber wenn sich die Weiber was in den Kopf setzen, so kriegt man es auch mit Zangen nicht heraus. Meinen letzten Groschen gäbe ich hin und ginge selbst hin, den Vater holen, — aber wie soll ich's anfangen? Weiß doch niemand, wo er ist; vielleicht ist er gar gestorben ... da kann man lange suchen! Wenn sie mich warten lassen wollen auf diesen Vater, so kann ich bis zum jüngsten Gericht warten.«

»Die Piotrowitschs machen sich morgen mit Nawiragh und den Anardraten auf den Weg, wir werden bald Nachricht haben.«

»Himmel, hilf, ich soll erst auf diese Nachrichten warten? Vor dem Frühling könnte nichts kommen, und inzwischen gehe ich ein, so wahr ich Gott liebe! Verehrter Freund, alle Welt glaubt an Euren Verstand und Eure Erfahrung, schlagt Ihr doch den Weibern dieses Zaudern aus dem Kopf! Freund, im Frühling gibt es Krieg, Gott weiß, was geschieht. Ich will ja Sophiechen heiraten, nicht den Vater; wie sollte ich dem Liebeserklärungen machen?«

»Rede den Weibern zu, nach Raschkow mitzufahren und sich dort niederzulassen. Dort bekommen sie leichter eine Nachricht, und wenn Piotrowitsch Boski findet, wird er es nahe zu euch haben, und dann: ich will tun, was ich vermag, du aber bitte Frau Bärbchen, daß sie für Euch eintrete.«

»O das will ich, das will ich, denn mich holt der Teu...«

Da knarrte die Tür, und Frau Boska trat ein. Ehe Sagloba sich noch umsehen konnte, war der junge Nowowiejski seiner ganzen Länge nach zu ihren Füßen hingestürzt, er bedeckte mit seinem Riesenkörper einen ungeheuren Raum der Diele und rief: