Die Sonne erhob sich endlich zur höchsten Höhe des Himmelsgewölbes und begann ein wenig zu wärmen. Bärbchen und Evchen war es sogar zu warm unter den Fellen im Schlitten. Sie lockerten ihren Kopfbund, entfernten die Kappen und zeigten der Welt ihre rosigen Gesichter. Sie begannen umherzuschauen; Bärbchen betrachtete die Umgegend, Evchen sah sich nach Asya um, der sich nicht in der Nähe der Schlitten befand. Er war vorn bei der Abteilung der Tscheremissen, welche den Weg untersuchte, und wenn es nötig war, den Schnee auseinanderschippte. Evchen war sogar mißmutig deswegen, aber Bärbchen, die den Heeresdienst von Grund aus kannte, sagte ihr zum Troste:

»So sind sie alle, Dienst ist Dienst; mein Michael kümmert sich auch nicht um mich, wenn die Heerespflicht ihn ruft, und es wäre schlimm, wenn es anders wäre; wenn wir einen Soldaten lieben, dann muß es ein tüchtiger sein.«

»Aber an der Raststelle wird er bei uns sein!« fragte Evchen.

»Sieh' zu, daß du ihn nicht zuviel habest; hast du bemerkt, wie heiter er war, als er abreiste?« Er glänzte förmlich.

»Ja, ich hab's gesehen, er war sehr heiter.«

»Und wie wird es erst sein, wenn er Urlaub von Herrn Nowowiejski bekommt?«

»O, was erwartet mich noch! Gottes Wille geschehe, obwohl das Herz im Busen mir erstarrt, wenn ich an meinen Vater denke. Wie, wenn er ihn anschreit, wenn er ihm den Urlaub versagt, dann wird es mir schön ergehen, wenn wir nach Hause zurückkehren!«

»Weißt du, Evchen, was ich denke?«

»Nun was?«

»Mit Asya ist nicht zu scherzen; dein Bruder könnte sich ihm mit Macht entgegenstellen, aber dein Vater hat kein Kommando. Ich denke, wenn er sich auch widersetzt, Asya nimmt dich doch.«