»Gewiß! Nach Raschkow kommen die Mannschaften der Hauptleute, die vor Zeiten zum Sultan übergegangen sind und jetzt in den Gehorsam der Republik zurückkehren wollen. Über alle habe ich im Auftrag des Hetmans das Kommando zu übernehmen, und zum Frühling kommt die ganze Division zusammen.«

Gorschenski verneigte sich vor Asya. Er kannte ihn schon lange, aber er schätzte ihn geringer als einen Mann von unbestimmter Herkunft. Jetzt aber wußte er schon, daß er ein Sprößling des Tuhaj-Bey sei, denn die Nachricht davon hatte die erste Karawane gebracht, die, mit welcher Nawiragh zog. Darum achtete Gorschenski jetzt in dem jungen Tataren das Blut des großen, wenn auch feindlichen Kriegers, und außerdem verehrte er in ihm den Offizier, dem der Hetman so hervorragende Befugnisse übertragen hatte.

Asya aber ging hinaus, um Befehle zu erteilen; er rief den Hauptmann David und sagte ihm:

»David, Sohn des Skander, du bleibst mit fünfzig Pferden in Mohylow und wirst mit den Augen sehen und mit den Ohren hören, was um dich vorgeht; wenn der kleine Falke mir Briefe aus Chreptiow nachsenden sollte, so hältst du den Boten an, nimmst ihm die Briefe ab und schickst sie mir durch deinen eigenen Boten. Du bleibst aber so lange hier, bis ich den Befehl schicke, daß du zurückkehrst. Dann, wenn dir der Bote sagt, es ist Nacht, so ziehst du geräuschlos ab, und wenn er dir sagt, der Tag ist nahe, so zündest du die Stadt an, setzest selbst an das Moldauische Ufer hinüber und gehst, wohin man dich schicken wird ...«

»Wie du sagst, mein Herr und Gebieter,« erwiderte David, »ich werde mit den Augen sehen und mit den Ohren hören; die Boten von dem kleinen Falken werde ich anhalten, werde ihnen die Briefe abnehmen und sie dir durch einen von den unsrigen schicken. Ich werde hierbleiben, bis ich den Befehl empfange, und dann, wenn mir dein Bote sagt: es ist Nacht, werde ich geräuschlos davongehen, sagt er aber: der Tag ist nahe, so werde ich die Stadt anzünden, nach dem Moldauischen Ufer übersetzen und hingehen, wohin man mir befehlen wird.«

Am anderen Tage um die Morgendämmerung setzte die Karawane, um fünfzig Pferde vermindert, ihren Weg fort. Gorschenski begleitete Bärbchen bis über den Engpaß von Mohylow hinaus. Dort stotterte er eine Abschiedsrede und kehrte dann zurück; sie aber reisten sehr eilig nach Jampol. Asya war überaus fröhlich und trieb die Leute so an, daß selbst Bärbchen sich wunderte.

»Warum habt Ihr es so eilig?« fragte sie.

Er aber erwiderte: »Ein jeder eilt seiner Glückseligkeit entgegen, und die meinige soll in Raschkow beginnen.«

Evchen, die diese Worte auf sich bezog, lachte gerührt, sie nahm all' ihren Mut zusammen und antwortete:

»Aber mein Vater ...«