»Wie du befiehlst. Wir kehren mit Ruhm und Beute heim,« sagten die Hauptleute und Führer.

»Hier im Blockhaus sind noch Weiber und jener Edelmann, der mich gepflegt hat,« sagte Asya; »ihm geziemt eine Belohnung.«

Bei diesen Worten schlug er in die Hände und befahl, die Gefangenen vorzuführen.

Man brachte sie sofort, Frau Boska, von Tränen überströmt, Sophie, bleich wie Linnen, Evchen und den alten Herrn Nowowiejski. Ihm waren Hände und Füße mit Bast geknebelt. Alle waren entsetzt, mehr aber noch erstaunt über das, was geschehen, und was ihnen vollkommen unverständlich war. Evchen allein hatte die dumpfe Empfindung — obwohl sie sich in Vermutungen verlor über das Schicksal Bärbchens, weshalb Asya sich bisher nicht hatte sehen lassen, warum man in der Stadt ein Gemetzel angerichtet und sie als Sklaven gebunden hatte — daß es sich um ihre Entführung handle, daß Asya geradezu rase aus Liebe zu ihr und, da er in seinem Hochmut ihren Vater um ihre Hand nicht bitten wolle, beschlossen habe, sie mit Gewalt zu entführen. All' das war an sich entsetzlich, aber Evchen zitterte wenigstens nicht um das eigene Leben.

Die Gefangenen, die man hergeführt hatte, erkannten Asya nicht, denn sein Gesicht war ganz verbunden. Aber die Angst ergriff die Weiber um so stärker, da sie im ersten Augenblick meinten, daß wilde Tataren auf irgend eine unerklärliche Weise die Lipker aufgerieben und Raschkow genommen hätten. Erst der Anblick Krytschynskis und Adurowitschs überzeugte sie, daß sie sich in der Hand von Asyas Leuten befanden. Eine Zeitlang sahen sie einander schweigend an. Endlich sprach der alte Nowowiejski mit unsicherer, aber kräftiger Stimme:

»In wessen Händen sind wir?«

Asya löste die Binden von seinem Haupte, und sein Gesicht, das trotz seiner Wildheit einst schön gewesen, erschien, für immer entstellt, mit gebrochenem Nasenbein, und mit einem schwarzblauen Fleck auf der Stelle des einen Auges — ein entsetzliches Gesicht, von kalter Rachgier und einem krampfhaften Zuckungen ähnlichen Lachen gezeichnet. Eine Weile noch schwieg er, dann heftete er sein glühendes Auge auf den alten Edelmann und antwortete:

»In meinen, in den Händen des Sohnes Tuhaj-Beys.«

Aber der alte Nowowiejski hatte ihn erkannt, ehe er sich genannt hatte; auch Evchen hatte ihn erkannt, obwohl ihr Herz sich zusammenzog in Entsetzen und Abscheu bei dem Anblick dieses gräßlichen Kopfes.

Das Mädchen verdeckte ihre Augen mit den Händen. Der Edelmann öffnete die Lippen, begann vor Verwunderung mit den Augen zu blinzeln und auszurufen: »Asya, Asya!«