Sagloba wandte sich zu den Offizieren und sagte, die Worte der Frau wiederholend:

»Vielleicht hat der Allmächtige Erbarmen. Sie schläft — so habe ich noch Hoffnung ... uff!«

Alle atmeten tief auf. Dann drängten sie sich in engem Kreis um Sagloba und fragten von allen Seiten:

»Ums Himmels willen, wie ist das geschehen? Was war das? Wieso ist sie zu Fuß entflohen?«

»Anfangs ist sie nicht zu Fuß entflohen,« versetzte Sagloba leise, »sondern mit zwei Pferden, denn sie hat diesen Hund — die Pest soll ihn holen — aus dem Sattel geworfen.«

»Wir trauen unseren Ohren nicht!«

»Mit dem Schaft der Pistole hat sie ihm einen Schlag auf die Stirn versetzt, und da sie weit zurückgeblieben waren, hat es niemand bemerkt und sie verfolgt. Das eine Pferd haben ihr die Wölfe zerrissen, das andere ist unterm Eise ertrunken. O Jesus, All-Erbarmer! So ist das arme Kind allein durch die Wälder gegangen, ohne Nahrung!«

Wieder weinte Sagloba laut auf und unterbrach seine Erzählung, und auch die Offiziere wußten sich nicht zu lassen vor Bewunderung, Entsetzen und Schmerz über die von allen geliebte Frau.

»Als sie sich Chreptiow näherte,« fuhr Sagloba nach einer Weile fort, »erkannte sie den Ort nicht mehr und bereitete sich zum Tode. Erst als sie das Knarren der Brunnen hörte, merkte sie, daß sie in der Nähe war, und schlich heran mit den letzten Kräften.«

»Gott hat sie in solcher Not geschützt,« sagte Motowidlo und rieb seinen Bart, »er wird sie auch fernerhin schützen!«