»Ja, so ist's, Ihr habt das rechte getroffen,« sagten einige Stimmen.
Da tönte wieder von dem Maidan lauter Lärm herein: sofort sprang Sagloba wütend auf und stürzte vor die Tür.
Kopf an Kopf standen sie hier. Die Soldaten zogen sich, da sie Sagloba und zwei andere Offiziere erblickten, langsam im Halbkreis zurück.
»Still sollt ihr mir sein, Hundeseelen!« begann Sagloba, »sonst lasse ich ...«
Da trat aus dem Halbkreis Sydor Luschnia hervor, der Dragonerwachtmeister, ein echter Masur und ein Lieblingssoldat Michaels. Nachdem er einige Schritte vorwärts getan hatte, stellte er sich stramm hin und sagte mit fester Stimme:
»Ich bitte Ew. Liebden, nichts anderes darf geschehen, als daß wir gegen diesen Kerl, der unsere Herrin hat kränken wollen, losziehen, um unsere Rache zu nehmen. Was ich sage, das wünschen alle; wenn der Herr Kommandant nicht kann, so werden wir unter einem anderen Kommando hinziehen, um ihn zu fassen, und müßte es bis in die Krim sein.«
In der Stimme des Wachtmeisters sprach sich eine wütende, kalte Bauerndrohung aus; die anderen Dragoner aber und die Linie aus der Genossenschaftsfahne knirschten mit den Zähnen, schlugen leise an die Säbel und murrten. Dieses dumpfe Murren, dem Brummen des Bären in der nächtigen Dämmerung ähnlich, hatte etwas Erschreckendes. Der Wachtmeister stand kerzengerade und harrte auf Antwort, mit ihm die ganzen Reihen, und man konnte eine so furchtbare Wut und Rachsucht an ihnen wahrnehmen, daß ihr gegenüber selbst die gewohnte Manneszucht nicht standhielt.
Eine Weile dauerte das Schweigen, endlich ließ sich in den entfernteren Reihen eine Stimme vernehmen:
»Sein Blut ist für die Herrin die beste Arzenei!«
Saglobas Zorn legte sich, denn diese Anhänglichkeit der Soldaten an Bärbchen rührte ihn; zugleich blitzte in seinem Kopfe bei der Erwähnung der Arzenei ein anderer Plan auf, der Plan, einen Medikus für Bärbchen holen zu lassen. Im ersten Augenblicke hatte in dem öden Chreptiow niemand daran gedacht; aber in Kamieniez wohnten doch einige Ärzte, unter ihnen auch ein Grieche, ein berühmter, wohlhabender Mann, der einige Häuser besaß, und so gelehrt war, daß man ihn allgemein für einen Schwarzkünstler hielt.