Bruder Georg sah seinen Freund mit Staunen an. Sagloba konnte unmöglich betrunken sein, denn oft genug hatte er dreimal so viel ohne sichtliche Folgen getrunken, er sprach also wohl nur aus Rührung so. Aber jeglicher Gedanke dieser Art lag Michael jetzt so fern, daß im ersten Augenblick das Erstaunen die Oberhand gewann über die Entrüstung.

Dann aber blickte er Sagloba streng in die Augen und sagte:

»Ihr seid wohl angeheitert?«

»Ich sage dir aus vollem Herzen: heirate!«

Wolodyjowski sah ihn noch strenger an:

»Memento mori!«

Aber Sagloba ließ sich nicht so leicht abschrecken.

»Michael, wenn du mich lieb hast, tu's für mich! Das ist für den Hund, dein ewiges Memento, ich wiederhole, du wirst handeln, wie du willst; aber ich denke so: diene ein jeder unserem Herrgott mit dem, wozu er ihn geschaffen hat. Dich hat er für den Degen geschaffen, denn er hat seinen Willen darin geoffenbart, daß er dich in dieser Kunst zu solcher Vollkommenheit hat gelangen lassen. Und hätte er einen Geistlichen aus dir machen wollen, so hätte er dich mit gar anderem Witz ausgestattet und hätte dein Herz mehr den Büchern und zum Latein geneigt gemacht. Bedenke auch, daß die heiligen Rittersmänner nicht geringere Achtung im Himmel genießen als die heiligen Mönche, und daß sie gegen die höllische Heerschar zu Felde ziehen und Belohnungen aus Gottes Händen empfangen, wenn sie mit den erbeuteten Fahnen zurückkehren ... daß alles das wahr ist, wirst du doch nicht leugnen?«

»Ich leugne es nicht und weiß auch, daß es schwer ist, gegen Euren Verstand den Kampf aufzunehmen; aber auch Ihr werdet nicht bestreiten, daß es für die Trauer besser ist, im Kloster zu leben als in der Welt.«