Alle waren so erstaunt darüber, daß für eine Weile Stillschweigen herrschte; plötzlich sagte der kleine Ritter:

»Hörst du, Bärbchen?«

»Willst du wohl stille sein, Michael!« gab Bärbchen zurück.

Aber Michael wollte nicht stille sein, denn es gingen ihm viele gewichtige Gedanken durch den Kopf, und besonders fiel ihm ein, man könnte bei dieser Angelegenheit noch eine andere, nicht minder wichtige, erledigen; darum begann er so von ungefähr, als spräche er von der allergewöhnlichsten Sache in der Welt:

»Bei Gott, wir sollten auch die Skrzetuskis besuchen; er wird zwar nicht zu Hause sein, denn er muß zum Hetman; aber sie ist ja doch vernünftig und pflegt Gott nicht zu versuchen, sie wird also zu Hause geblieben sein ...« Hier wandte er sich zu Christine: »Der Frühling kommt, das Wetter wird schön werden; jetzt ist's für Bärbchen noch zu früh, aber etwas später. Ich würde wahrhaftig nichts dagegen haben, denn es ist Freundespflicht; Herr Sagloba könnte euch beide dorthin bringen, und zum Herbst, wenn es wieder ruhiger wird, würde auch ich euch folgen ...«

»Das ist ein vortrefflicher Gedanke!« rief Sagloba, »ich muß ohnehin reisen, denn ich war schon recht undankbar gegen sie. Ja, ich habe vergessen, daß sie auch noch auf der Welt sind, ich schäme mich fast.«

»Was sagt Ihr dazu?« fragte Michael, Christine aufmerksam in die Augen sehend.

Sie antwortete ganz unerwartet mit der ihr eigenen Ruhe:

»Ich tät' es gern, aber es kann nicht sein, denn ich bleibe in Kamieniez bei meinem Manne und lasse ihn keineswegs allein.«