»Oft würde es für den Menschen besser sein, er besäße kein Bewußtsein,« bemerkte Muschalski, »aber die Tiere sind auch davon nicht frei.«
Der Alte aber schalt den berühmten Bogenschützen ob dieser Bemerkung:
»Wenn Ihr kein Bewußtsein hättet, dann könntet Ihr nicht zur Beichte gehen, dann wäret Ihr den Lutherischen gleich und des höllischen Feuers wert. Euch hat auch schon Priester Kaminski ob Eurer Lästerung gerügt, — aber lehr' den Wolf das pater, er will doch lieber die mater, besonders wenn es eine Ziegenmutter ist.«
»Ich — ein Wolf?« entgegnete der treffliche Bogenschütze, »Asya, das war der Wolf.«
»Habe ich das nicht gleich gesagt?« fragte Sagloba. »Wer hat zuerst gesagt, er ist ein Wolf? Nowowiejski hat mir erzählt,« sagte Bärbchen, »er höre Tag und Nacht, wie Evchen und Sophie ihm zurufen: »Rettung!« Ja, wo gibt es hier Rettung! Es hat so enden müssen, denn solchen Schmerz hätte niemand ertragen. Ihren Tod hätte er überlebt, ihre Schmach wird er nicht überleben.«
»Nun liegt er da, wie ein Stück Holz, und weiß von Gottes Welt nichts,« sagte Muschalski, »und das ist schade, denn er ist ein so vortrefflicher Krieger.«
Das Gespräch wurde durch einen Burschen unterbrochen, der mit der Nachricht kam, daß in der Stadt ein ungeheurer Lärm herrsche; die Menschen laufen zusammen, um den General von Podolien zu sehen, der soeben mit einem bedeutenden Gefolge und mit dem Fußvolk eingezogen ist.
»Das Kommando ist sein,« sagte Sagloba. »Es ist recht von Herrn Nikolaus Potozki, daß er es vorzieht, hier zu sein, als wo anders, aber ich sähe lieber, er wäre nicht hier. Ha, er war ein Gegner des Hetmans und glaubte nicht an den Krieg, und nun, weiß Gott, ob es ihm nicht den Kopf kosten wird.«
»Vielleicht kommen auch die anderen Herren Potozki ihm nach,« sagte Muschalski.
»Dann sind auch die Türken nicht mehr weit,« antwortete Sagloba, — »im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes! O, wäre der General ein zweiter Jeremias, und Kamieniez ein zweites Sbarasch!«