Ketling war ein wenig beunruhigt und stellte ebenfalls das Schießen ein. Da sagte einer der Offiziere laut:

»Sie sind mit der Mine unter uns und können sie bald entzünden!«

Wolodyjowski durchbohrte den Sprecher mit einem drohenden Blicke.

»Die Mine ist nicht fertig; im übrigen sprengt sie nur den linken Flügel des Schlosses in die Luft, und auf den Trümmern werden wir uns verteidigen, so lange Atem in unserer Brust ist — versteht Ihr?«

Nun ward es still, kein Schuß unterbrach das Schweigen, weder aus der Stadt noch von den Schanzen. Nach dem Getöse, welches die Mauern und Grund und Boden erschüttert hatte, lag in dieser Stille etwas Feierliches, zugleich aber auch etwas Unheilverkündendes. Aller Augen schauten angestrengt von den Schanzen herab, aber durch die Rauchwolken war nichts zu sehen.

Plötzlich tönten von der linken Seite her die regelmäßigen Schläge der Spitzhacken.

»Habe ich's nicht gesagt, daß sie die Mine erst graben?« bemerkte Herr Michael.

Hier wandte er sich an Luschnia.

»Wachtmeister, nimm zwanzig Mann und wirf einen Blick in das neue Schloß.«

Luschnia führte eilig den Befehl aus; in einem Augenblick verschwand er mit seinen Leuten durch die Bresche.