»Die Stadt soll nicht ausgeraubt, den Bewohnern Leben und Gut gesichert werden; ein jeder, der nicht hier bleiben will, soll das Recht haben, fortzugehen, wohin ihm beliebt.«
»Und Kamieniez?«
»... Gehört dem Sultan ... für ewige Zeiten.«
Darauf gingen die Kommissare, nicht in der Richtung der Brücke, denn dort hatten Volkshaufen ihnen den Weg versperrt, sondern seitwärts, durch das südliche Tor. Sie gingen hinab und bestiegen ein Boot, das sie zu dem lechischen Tor bringen sollte. In der Niederung, die zwischen den Felsen den Fluß entlang sich erstreckte, erschienen bereits Janitscharen, von der Stadt her strömten immer größere Volkswogen heran und besetzten den Platz gegenüber der alten Brücke. Viele wollten auf das Schloß eilen, aber die herauskommenden Regimenter hielten sie auf Befehl des kleinen Ritters zurück.
Michael hatte das Heer abgefertigt und rief nun Muschalski zu sich.
»Alter Freund, erweise mir einen Dienst; geh' sofort zu meiner Gattin und sage ihr in meinem Namen ...« Hier stockte seine Stimme einen Augenblick, »und sage ihr in meinem Namen — Es tut nichts,« fügte er schnell hinzu.
Der Bogenschütze ging, ihm folgte langsam das Heer. Herr Michael saß zu Roß und beobachtete den Ausmarsch. Das Schloß entleerte sich nur stockend, weil Schutt und Trümmer den Weg behinderten.
Ketling trat an den kleinen Ritter heran.
»Ich gehe hinab,« sagte er und biß die Zähne aufeinander.