»Ihr habt mich gerufen, Fräulein?«
»Ich wollte nur wissen, ob nicht ein Fremder dort herumgeht ... Ich bin seit zwei Stunden hier allein.«
Wolodyjowski rückte einen Stuhl heran und setzte sich auf den Rand desselben. Es ging eine lange Zeit vorüber; er schwieg, rückte nur ein wenig mit den Füßen und näherte sich immer mehr dem Tische. Christine hörte auf zu sticken und erhob die Augen zu ihm. Ihre Blicke trafen sich, und plötzlich ließen beide die Augen sinken.
Als Wolodyjowski sie wieder emporrichtete, fielen auf Christinens Gesicht die letzten Sonnenstrahlen; sie war schön in deren Glanze. Ihre Haare blitzten wie goldig.
»In einigen Tagen werdet Ihr abreisen,« sagte sie so leise, daß Michael es kaum hören konnte.
»Es kann nicht anders sein.«
Und wieder trat ein Schweigen ein, das Christine endlich brach.
»Ich habe in den letzten Tagen gedacht, daß Ihr mir böse seid!«
»O Gott,« rief Wolodyjowski, »ich wäre nicht würdig, einen Blick von Euch zu empfangen, wenn ich dies getan hätte. Aber nicht das war es.«