Aus Gnaden hab' ich dir nun offenbaret47
Mein höchstes Wesen hier, kraft meiner Allmacht, –
Strahlend, unendlich, ganz und uranfänglich, –
Kein Andrer hat vor dir sie je gesehen.
Nicht durch den Veda, Opfer, Studium, Spenden,48
Zeremonien oder graus'ge Büßung
Kann mich in solcher Form ein Andrer schauen
Im Menschenvolk, du großer Held der Kurus!
Nicht soll dich Angst befangen und Verwirrung49
Beim Anblick meiner schrecklichen Gestaltung,
Von Furcht befreit, fröhlichen Sinnes wieder
Sollst du mich schaun, so wie ich dir bekannt bin.
SANJAYA SPRACH
Als Krishna so zum Arjuna gesprochen,50
Da zeigt' er sich in alter Art ihm wieder,
Und so beruhigte er den Erschreckten,
In freundlicher Gestalt, der hochgesinnte.
ARJUNA SPRACH
Da wieder deine menschliche Gestalt ich schau', die freundliche,51
Kehrt die Besinnung mir zurück und wieder werd' ich, der ich war.
DER ERHABENE SPRACH
Die schwer zu schauende Gestalt, die du von mir gesehen hast,52
Nach deren Anblick sehnen sich sogar die Götter immerfort.
Durch Veden nicht, durch Buße nicht, durch Spenden und durch Opfer nicht53
Bin ich in dieser Form zu schaun, wie du mich jetzt gesehen hast.
Nur wer mich ganz allein verehrt, der kann mich schaun in solcher Form,54
Kann mich erkennen ganz und gar und endlich eingehn auch in mir.
Wer handelt so, wie's mir gefällt, mich ehrt, mich liebt, die Welt verschmäht,55
Und allen Wesen freundlich ist, der kommt zu mir, o Pându-Sohn!
ZWÖLFTER GESANG
ARJUNA SPRACH
Die so beständig andachtsvoll dich verehren, und die dem Kult1
Des Unvergänglichen sich weihn[148] – wer ist der Andacht besser kund?