Bei einem anderen Anlaß sprach er einmal höchst uninteressant eine Stunde lang bei einem Bankett der amerikanischen Pressevereinigung. Diese Rede schadete der Lehre von der Wirksamkeit in den Vereinigten Staaten außerordentlich, weil
der allzuernste Taylor die Pressevereinigung mehr langweilte als jemals ein anderer Redner.
Einige der Banketteilnehmer flüchteten, andere schliefen ein. Sie waren geistvolle, seichte, sensationslustige Journalisten, und sie machten sich über den ernsten und langweiligen Taylor lustig und lehnten ihn ab.
Dennoch machte er sich reich. Oder noch besser, er machte seine Firmen reich. Oder noch viel besser: er rekonstruierte die Maschinenwerkstätten der ganzen Welt.
Taylor war kein Genie. Er war nicht geistvoll. Er war nicht anpassungsfähig. Vielleicht war seine Selbstbeherrschung das Geheimnis seines Erfolges. Er besaß die zäheste Ausdauer, die jemals ein Mensch hatte.
Wenn er einmal eine Arbeit begonnen hatte, konnte nichts ihn davon abbringen, bevor er sie vollendet hatte. Er gab selbst zu, daß sein Erfolg darauf beruhte, daß er sich mit den Zähnen in die Dinge festbiß. Er lieferte einmal folgende Definition des »Charakters«: »Die Fähigkeit, unangenehme Dinge zu tun.«
Ein Stümper bleibt, wer nur das tut, was er gern tut. Taylor verfolgte Zeit seines Lebens die Linie des größten Widerstandes.
So zwang er sich Buchhaltung zu lernen, obwohl er sie verabscheute, weil er gefunden hatte, daß übersichtliche Berechnung von größter Wichtigkeit für den Fabrikanten ist.
Taylor machte sich zum Diener seiner Arbeit. Er gab sich mit dem größten Eifer und unermüdlicher Geduld der täglich wiederkehrenden Kleinarbeit hin, die die meisten Leute vernachlässigen — auch das ist, kurz gesagt, eines der Geheimnisse seines Erfolges.
Taylor war ein Mann der Tat. Er war kein origineller Denker. Er hatte sehr wenig Einbildungskraft und nicht sehr viel Takt. Er war vollkommen einfach und gerade.