Cecil Rhodes wurde 1854 in einer kleinen englischen Pfarre geboren. Sein Vater war ein Pfarrer — ein vernünftiger Pfarrer —, der immer nur zehn Minuten lang predigte.
Die Küken waren für das Nest zu zahlreich. Es gab neun Söhne und zwei Töchter. So ging der junge Cecil mit 17 Jahren nach Südafrika zu seinem älteren Bruder auf eine kleine Baumwollpflanzung. Er unternahm die Reise auf einem Segelschiff, das Kapstadt durch große Ausdauer in 70 Tagen erreichte.
Im nächsten Jahre zog er auf einem Ochsenwagen nach Kimberley, wo gerade Diamanten entdeckt worden waren. Er wurde Diamantensucher.
Nach zwei Jahren hatte er einige hundert Pfund erworben. Es war sein erstes Geld. Er beschloß, die ganze Summe auf die Verbesserung seiner Bildung zu verwenden. Er reiste nach Hause und ging nach Oxford — ein langer, klapperbeiniger, schüchterner Jüngling, der viel erfolgsicherer im Sport als im Studium war.
Er war 21 Jahre alt, als ihm ein englischer Arzt erklärte, daß sein Herz und seine Lunge schwach wären. »Sie haben nur noch sechs Monate zu leben«, sagte der Doktor.
Rhodes floh, um sein Leben zu retten, nach Afrika und — lebte noch 28 Jahre. Besser gesagt, er lebte das erfolgreichste Leben der victorianischen Epoche. Er erfüllte seine 28 Jahre mit geleisteten Taten.
Mit 24 Jahren machte er ein Testament — wohl das außerordentlichste Testament, das jemals ein Mensch von 24 Jahren gemacht hat. Er hinterließ all sein Geld einer zu gründenden geheimen Gesellschaft, um die britische Herrschaft über die ganze Welt auszudehnen — die Vereinigten Staaten zurückzugewinnen, Afrika, Südamerika und Asien unter die britische Flagge zu bringen — allen Teilen des Weltreiches Selbstverwaltung zu geben und sie alle in einem Reichsparlament zusammenzufassen.
Was war sein Zweck? Nicht Eroberung, nicht nur Bildung eines Weltreiches. Nein. Sein Zweck war, den Krieg unmöglich zu machen und die besten Interessen der Menschheit zu fördern.
Sein erstes Ziel war, Geld zu verdienen, weil Geld Macht bedeutet.
In wenigen Jahren wurde er reich. Er gründete die De-Beers-Gesellschaft im Jahre 1880 und erweiterte sie, bis sie eine der größten Gesellschaften der Welt wurde. Mit 35 Jahren war Rhodes der »Diamantenkönig«.