Als er genügend Geld hatte, stürzte er sich in das öffentliche Leben. Er wurde Mitglied des Kap-Parlaments; und seine erste Rede hielt er zur Verteidigung der Rechte der Eingeborenen. Mit 37 Jahren war er Premierminister, saß in Hemdsärmeln an seinem Schreibtisch und verwaltete die verworrenen Angelegenheiten der kleinen Kolonie.

1888 schloß er mit Lobengula, dem König des Mashonalandes, einen Handel ab; er erwarb alle Bergwerksrechte in einem Territorium, das so ausgedehnt war wie ganz Mitteleuropa. Mit einer kleinen Schar von tausend Mann nahm er es in Besitz. Er bekämpfte Eingeborene, Portugiesen, Buren und Downing-Street. Was er nahm, hielt er fest. Und es ist nicht anzunehmen, daß er den Wunsch hatte, Mashonaland etwa einem Völkerbund zu übergeben.

Er meisterte die Menschen durch seine Furchtlosigkeit und seine Willenskraft. Einmal ging er unbewaffnet fünfhundert bewaffneten Eingeborenen entgegen und zwang sie, Frieden zu machen. Er liebte das rauhe Lager der Pioniere, und er haßte die Gesellschaft. Seine einzige unglückliche Lebenszeit war, wenn er in London gefeiert wurde.

Er gründete Rhodesia und machte es so britisch wie Oxford oder Lancashire.

Um jene Zeit war Afrika das Land der Einfälle. Jedermann fiel ein. Die Buren taten es. Die Eingeborenen taten es. Es war kein Land der Etikette, der guten Sitten und des Amtsdienstes. Es war ein Land von Wilden, in dem einige harte Männer um die Herrschaft rangen.

Es kam der berühmte Jameson-Einfall. Der Kampf lag in der Hauptsache zwischen Krüger und Rhodes — den beiden stärksten Persönlichkeiten, die Afrika je hervorgebracht hat. Krüger war beschränkt. Er war so eine Art Buren-Sinn-Feiner. Im Gegensatz zu ihm war Rhodes weitausschauend. Er sah Afrika als einen Teil der großen weiten Welt; und er wollte es frei und glücklich machen.

Dann kam der Krach des Burenkrieges. Aufgemuntert durch die Versprechungen deutscher Hilfe stürzten sich die Buren in den Kampf gegen die Briten. Rhodes ging nach Kimberley und nahm während der Belagerung die Führung in die Hand. Er hielt die Stadt zusammen und rettete sie.

Am Ende seines Lebens baute er sich ein großes Haus, benutzte es aber hauptsächlich als ein Hotel für alle Besucher. Er sagte:

»Dieses Haus gehört der Allgemeinheit so gut wie mir.«

Rhodes war ein Mann der einfachsten Gewohnheit. Er brauchte wenig für sich selbst. Anfangs lebte er in einer Kaffernhütte. Er hatte alle Instinkte eines Pfadfinderjungen.